1. Startseite
  2. Wirtschaft

Verramscht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Frank-Thomas Wenzel

Kommentare

Lifestyle-Marke Puma.
Lifestyle-Marke Puma. © dpa

Puma hat den Trend verpennt: Wegen anhaltend schlechter Bilanzen muss nun Puma-Chef Franz Koch seinen Platz räumen. Doch die wirklich Verantwortlichen sitzen nicht an der Puma-Spitze.

Puma hat den Trend verpennt: Wegen anhaltend schlechter Bilanzen muss nun Puma-Chef Franz Koch seinen Platz räumen. Doch die wirklich Verantwortlichen sitzen nicht an der Puma-Spitze.

Da hat es definitiv den Falschen erwischt. Franz Koch, Chef des Sportartikel-Konzerns Puma, muss gehen. Er steht erst seit knapp anderthalb Jahren an der Spitze des Unternehmens. Er übernahm die Führung, als Puma schon tief in einer Krise steckte. Die Schuldigen an der Malaise sind die Manager des französischen Luxuskonzerns PPR. Die haben 2007 die Mehrheit an dem Unternehmen übernommen. Damals war Puma in einer sehr guten Position. Kochs Vorgänger, Jochen Zeitz, hatte den abgehalfterten Sportartikler zu einer begehrten Lifestylemarke umgebaut – Puma wurde damit zum Vorbild für die Branche. Doch die neuen Mehrheitseigner ruhten sich auf den Erfolgen aus.

Sport-Lifestyle funktioniert nur im Wechselspiel mit Marketing via Profisport und mit Bekleidung und Schuhen, die auch tatsächlich für Leibesübungen eingesetzt werden. Der schwerste Fehler war wohl, den Dauerlauf-Boom in den westlichen Ländern komplett verschlafen zu haben. Genau hier haben die Konkurrenten Adidas und Nike massiv gepunktet, während sie gleichzeitig das Sortiment bei sportlicher Mode ausbauten. Adidas hat es inzwischen geschafft, zu einer globalen Marke zu werden, die weitgehend immun gegen konjunkturelle Schwankungen ist. Puma hingegen wird verramscht. Das Versäumte nachzuholen, wird extrem schwer. Das kann nur mit viel Geld und viel Geduld gelingen. Die entscheidende Frage wird sein, ob die Aktionäre da mitziehen.

Auch interessant

Kommentare