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In Hotels und Gaststätten blieben vergangenes Jahr etliche Lehrstellen unbesetzt.
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In Hotels und Gaststätten blieben vergangenes Jahr etliche Lehrstellen unbesetzt.

Ausbildung

Alt verlangt Lehrstellen-Garantie

  • VonStefan Sauer
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Vor dem Hintergrund einer sechsstelligen Zahl noch unversorgter Lehrstellenanwärter spricht sich das Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsagentur, Heinrich Alt, für ein garantiertes Recht auf eine Berufsausbildung aus.

Vor dem Hintergrund einer sechsstelligen Zahl noch unversorgter Lehrstellenanwärter hat sich das Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsagentur, Heinrich Alt, für ein garantiertes Recht auf eine Berufsausbildung ausgesprochen. Die Gesellschaft müsse dafür sorgen, dass jedem Haupt- und Realschulabsolventen eine Lehrstelle zur Verfügung stehe, sagte Alt der Frankfurter Rundschau.

„Eine Ausbildungsgarantie könnte helfen“, sagte Alt. In vergleichbarer Weise garantiere der Staat schließlich auch Schulabgängern mit allgemeiner Hochschulreife den Besuch einer Universität. Jedem Abiturienten sei es möglich, ein öffentlich finanziertes Studium zu absolvieren. „Es kann nicht sein, dass wir dem schlechtesten Gymnasiasten den Unizugang garantieren, aber den besten Hauptschüler bei guter Konjunktur im Regen stehen lassen“, fügte Alt hinzu.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) hatten Ende August 102 400 Lehrstellenbewerber noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Hinzu kommen knapp 44 000 junge Leute, die an berufsvorbereitenden Maßnahmen der BA teilnehmen und die zum Teil bereits seit mehr als einem Jahr auf eine Lehrstelle warten. Den Bewerbern standen Ende letzten Monats allerdings auch 119 000 unbesetzt gemeldete Ausbildungsplätze gegenüber.

Im vergangenen Ausbildungsjahr hatten längst nicht alle Stellen einen Interessenten gefunden, es blieben zahlreiche Plätze im Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch in Bäckereien und anderen Handwerksbetrieben unbesetzt. Ende 2013 waren noch mehr 30 000 Ausbildungsstellen ohne Mitarbeiter.

Kammern und Unternehmensverbände klagen seit Jahren darüber, dass immer mehr Schulabgängern grundlegende Kenntnisse fehlten, um eine Berufsausbildung  durchlaufen zu können.

In diesem Zusammenhang plädierte Alt an Länder und Kommunen, mehr in die vorschulische und schulische Bildung zu investieren. Überdies müsse es ein enges Zusammenspiel von Berufsschulen, Weiterbildungsträgern, betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildungsstätten und Fachhochschulen geben, um die duale Ausbildung zu stärken.

Leider geschehe vielerorts genau das Gegenteil: In ostdeutschen Regionen, die mit starkem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen hätten, würden Aus- und Weiterbildungskapazitäten abgebaut. „Für junge Menschen und Investoren ist das ein verheerendes Signal.“

Daher müsse der Staat insbesondere jungen Leute mit besonderen Problemen entschiedener als bisher unter die Arme greifen: „Wir müssen uns verstärkt um die Jungen kümmern, die aus schwierigen Verhältnissen kommen, die keinen Schulabschluss haben oder keine Ausbildung, die nur schlecht Deutsch können oder einfach mal Mist gebaut haben.“ Diesen jungen Leuten gebühre eine zweite Chance. Hiervon könne auch die Gesellschaft insgesamt profitieren.

Langzeitarbeitslosigkeit und die Abhängigkeit von staatlichen Transfers sei nicht nur die teuerste, sondern auch die unbefriedigendste Lösung. „Je früher und entschiedener wir da ansetzen, desto größer ist die Wirkung, die wir erzielen“, sagte Alt.

Ebenfalls verstärkt werden müssten die Bemühungen um die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen. Besonders im Bereich der Qualifizierung und Weiterbildungsmaßnahmen liege vieles im Argen. „Gerade für Langzeitarbeitslose benötigen wir die besten Weiterbildungsangebote und Lehrer – und einen langen Atem“, so Alt.

Die Bildungsträger aber lebten häufig von der Hand in den Mund, die Lehrkräfte seien nur befristet eingestellt und würden schlecht bezahlt. Der Bund und die Länder müssten daher noch mehr und viel kontinuierlicher in die Aus- und Weiterbildung investieren, um Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden und zugleich den Fachkräftebedarf zu sichern.

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