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Gastwirtschaft

Verhandeln statt vergelten

  • Gerlinde Manz-Christ
    VonGerlinde Manz-Christ
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Jeder Diplomat weiß: Abschottung ist ein Irrweg, für alle Seiten. Auch im Handelsstreit um US-Zölle auf Stahl kommt es jetzt darauf an, Kompromisse zu finden.

Die Ankündigung der Vereinigten Staaten, Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium aus mehreren Ländern zu erheben, gleicht dem Säbelgerassel vor einer drohenden Schlacht. Dieses wurde durch die jüngste Drohung, deutsche Autos mit höheren Einfuhrzöllen zu belegen, nur noch lauter.

Was US-Präsident Donald Trump als Revanche für Einfuhrbarrieren und Zölle für US-Produkte meint, kommt für den Rest der Wirtschaftswelt einer Kriegserklärung nahe. Doch wer jetzt auf Vergeltungsmaßnahmen sinnt, verschärft die Marktbedingungen weiter. Das Ende der Reaktionskette könnte ein Handelskrieg sein. Höchste Zeit für Diplomatie!

Jeder Diplomat weiß: Abschottung ist ein Irrweg, für alle Seiten. Verhandlungen sind gewinnbringender als Vergeltung. Chinas Regierungschef Li Keqiang verwies darauf, dass eine solche Auseinandersetzung dem Handel an sich widerspreche, der durch Konsultationen, Verhandlungen und Dialoge geführt werde.

Was sich gerade auf der großen Bühne der Weltwirtschaft abspielt, dient als Blaupause für Unternehmen. Im Globalisierungszeitalter stehen viele nicht nur im internationalen Wettbewerb, sondern verfügen als Konzern auch über weltweite Niederlassungen und Töchter. Für den Erfolg hilft hier nur eines weiter: vernetzt denken und handeln. Diplomaten schauen täglich über den Tellerrand, überblicken Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Abhängigkeiten. Sie holen deshalb alle Beteiligten an einen Tisch, um gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Ihr Geschäft lebt von Kontakten und Gesprächen, nicht von Drohgebärden und Zwangsmaßnahmen. Kluge Firmenchefs wissen ebenso, dass die Gemengelage von Interessen und Einflüssen umso größer und vielschichtiger wird, je größer das Firmennetzwerk und je internationaler Geschäftspartner und Mitarbeiter werden. Rigide Vorgaben oder einseitig motivierte Beschränkungen fördern weder die Zusammenarbeit noch den Output. Hier braucht es diplomatisches Geschick und eine Unternehmenspolitik, die Geschäft als gemeinsame Herausforderung und nicht als einsame Forderung betrachtet.

Mein diplomatischer Rat an die Länderchefs: Betrachten Sie die US-Zölle als wertvollen Fingerzeig auf herrschende Diskrepanzen und finden Sie zusammen Kompromisse. Sie haben bereits ein gemeinsames Ziel: eine ausgeglichene Bilanz von Ex- und Importen. Damit lässt sich arbeiten.

Die Autorin ist Keynote Speaker, Kommunikationsberaterin und -Coach. Zuletzt erschien von ihr im Goldegg-Verlag „Die Kunst des sanften Siegens – Erfolgreich mit Diplomatie“.

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