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GASTWIRTSCHAFT

Die verflixten siebener Jahre

  • Rainer Voss
    VonRainer Voss
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Richten wir doch 2017 unser Risiko-Radar mal ganz unaufgeregt weg von Migration in Richtung der wirklichen Gefahren für unser Gemeinwesen.

Die Kommentatoren scheinen sich einig zu sein, dass 2016 ein gebrauchtes Jahr war und das Motto für 2017 scheint zu sein: „Schlimmer geht immer!“

Werfen wir mal einen subjektiven und unvollständigen Blick auf die Gemengelage: Die gesamten Schulden auf der Welt liegen bei 255 Prozent des Sozialproduktes, wovon übrigens nur ein Drittel die „bösen“ Staatsschulden sind.

Gleichzeitig sind wir in einer Situation, in der immer mehr zusätzliche Schulden benötigt werden, um zusätzliches Wachstum zu erzeugen. Da sich nur entweder der Staat oder die Privaten verschulden können, heißt das: Spart der Staat, müssen sich die Privaten verschulden oder umgekehrt, sonst geht es nicht voran. Klar, dass steigende Zinsen am Fundament dieses wackligen Kartenhauses rütteln.

Als ich also erleben durfte, wie die Wall Street steigende Zinsen mit einem Kursfeuerwerk begrüßte, widersprach das allem, was ich je gelernt hatte. Aber das ist vielleicht so, wie wenn man sich in eine vertraute Umgebung wie Mutters Wohnzimmer zurücksehnt.

In Europa werden die Zinsen 2017 wohl nicht steigen, weil dann der Europäischen Zentralbank reihenweise die Banken wegen massiven Abschreibungsbedarfs vor die Füße fallen würden. Das heißt im Umkehrschluss, dass all die Leute, die jetzt schon über mangelnde Anlagemöglichkeiten klagen, mit einer Situation klarkommen müssen, in der die Inflation den Zins übersteigt.

Der oft totgesagte Bitcoin, eine digitale Währung deren Kursentwicklung unter anderem ein Gradmesser für das Vertrauen in unser Geldsystem ist, hat seinen Wert in Euro in 2016 mehr als verdoppelt.

Unerwähnt blieben in dieser Aufzählung Europa, Brexit und China.

Und noch was für die Abergläubigen: Die siebener Jahre waren in der Vergangenheit sehr speziell. 1987 gab es den größten Kursverfall aller Zeiten an der Wall Street, 1997 die Asienkrise und im August 2007 begann die große Finanzkrise.

Womit wir bei den guten Vorsätzen wären: Richten wir doch 2017 unser Risiko-Radar mal ganz unaufgeregt weg von Migration in Richtung der wirklichen Gefahren für unser Gemeinwesen, siehe zum Beispiel oben!

Aber vielleicht sollte das Motto für 2017 ja auch lauten: Anschnallen, Tisch hochklappen, Lehne senkrecht, los geht’s! Denn runter kommen sie immer.

Der Autor ist ehemaliger Investmentbanker und Protagonist des Dokumentarfilmes „Master of the Universe“.

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