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Die Bafin hat ihre Hauptsitze in Frankfurt und Bonn.
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Die Bafin hat ihre Hauptsitze in Frankfurt und Bonn.

Nachhaltigkeit

Verbraucherschutz: Welcher Nachhaltigkeitsstandard gilt?

  • Rolf D. Häßler
    VonRolf D. Häßler
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Die Finanzaufsicht Bafin will Greenwashing verhindern und hat dazu einige Ideen. Doch das Timing ist schlecht. Die Kolumne „Gastwirtschaft“. 

Wer zu den Abonnenten des Journals der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, zählt, hat sich in diesen Tagen etwas erstaunt die Augen gerieben. „Greenwashing verhindern“ heißt es dort auf dem Titelblatt, plakativ unterstützt durch eine Farbrolle, die zahlreiche unansehnliche Flecken grün übermalt. Inhaltlich geht es um die neue „Bafin-Richtlinie zu nachhaltigen Investmentvermögen“, deren Anspruch die Finanzaufsicht auch gleich auf dem Deckblatt platziert hat: Die neue Richtlinie soll „Verbraucher besser schützen“.

Dieser Schutz ist erforderlich, weil nach Ansicht der Bafin zu viele Anbieter von Investmentfonds ohne sachliche Begründung damit werben, dass ihre Produkte „nachhaltig“ sind oder sogar positiv auf den Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung wirken. Eine solche Klassifizierung von Fonds hatten zahlreiche Anbieter im Zuge der Einführung der Offenlegungsverordnung im März dieses Jahres vorgenommen.

Die Bafin will mit ihrer Richtlinie einen „Geburtsfehler“ dieser Verordnung beseitigen. Es wurde nämlich versäumt, Mindeststandards für Fonds zu definieren, die unter dem Label „nachhaltig“ angeboten werden. Zu den nun zur Diskussion gestellten Kriterien gehört der Ausschluss von Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit der Förderung von Kohle und Erdöl oder mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes mit der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen – Gas ist ausgenommen – oder der Herstellung von Atomstrom erwirtschaften.

So nach vollziehbar das Anliegen der Bafin ist, so schlecht ist deren Timing. Denn nicht nur die Bafin arbeitet an Mindeststandards, auch die EU-Kommission will dieses Thema nochmals angehen und die Verbände der Finanzwirtschaft arbeiten an einem Konzept, das als Basis für die ab August 2022 geltende Pflicht zur Berücksichtigung von nachhaltigen Kriterien bei der Kapitalanlageberatung dienen soll und das ebenfalls Mindeststandards definiert.

Wer die bisher vorliegenden Vorschläge nebeneinander legt, erkennt sofort, dass die gewählten Kriterien sehr unterschiedlich sind. Dies wirft für Fondsanbieter die Frage auf, an welchem Standard sie sich orientieren sollen. Wenn die an Dynamik gewinnende Entwicklung am nachhaltigen Kapitalmarkt nicht gleich wieder ausgebremst werden soll, braucht es dringend eine Koordination und Abstimmung der verschiedenen Aktivitäten.

Der Autor ist Geschäftsführer des Instituts für Nachhaltige Kapitalanlagen (NKI).

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