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Preise für Milch und Milchprodukte steigen dramatisch: „Erst der Anfang“

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Von: Delia Friess

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Wegen des Ukraine-Krieges erhöhen sich die Preise für Lebensmittel. Nun könnten auch Milch und Milchprodukte von einem erneuten Anstieg betroffen sein.

Berlin - Ansteigende Preise gehören in den Regalen von Aldi, Lidl, Rewe und Co. für Lebensmitteln wie Sonnenblumenöl und Mehl inzwischen schon zum Alltag. Die Lebensmittel-Knappheit in Supermärkte ist eine der Folgen des Ukraine-Krieges. Hamster-Käufe verschärfen die Situation noch weiter.

Der Verbraucherpreisindex ist laut dem Statistischen Bundesamt so hoch wie nie. Demnach waren auch die Importpreise im März 2022 um 31,2 Prozent höher als im März 2021. Einen solchen Sprung hatte es den Daten der Behörde zufolge zuletzt im September 1974 im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben. Neben Sonnenblumenöl und Mehl wurde zuletzt auch Reis bei Aldi, Lidl und Co. knapp.

Ukraine-Krieg: Milch und Milchprodukte bei Aldi, Lidl und Co. wohl bald noch teurer

Ein Grund dafür ist, dass die Ukraine auch als Kornkammer Europas gilt. Neben der Ukraine gehört aber auch Russland zu den größten Getreide-Lieferanten der Welt. Zudem ist das vom Westen ebenfalls sanktionierte Belarus ein großer Dünger-Lieferant. Diese Faktoren wirken sich nicht nur auf die hiesigen Preise für Raps- und Sonnenblumenöl und Mehl von Aldi, Lidl und Co. aus.

Auch Milch und Milchprodukte sind nun weiter von einer Preissteigerung betroffen. Von Anfang Mai an, vermutlich schon in der kommenden Woche, werden daher Preissprünge von 20 bis 25 Prozent bei Milchprodukten in Supermärkten wie Aldi, Lidl, Rewe und Co. erwartet, sagte der Chef einer großen Molkerei dem Nachrichtenmagazin Spiegel. Und dies sei „erst der Anfang, weitere Preisrunden werden folgen“, betonte er.

Einkauf in einem Supermarkt oder Discounter: Personen stehen vor dem kühlregal mit Käse, Joghurt und Quark.
Einkauf in einem Supermarkt oder Discounter: Personen stehen vor dem kühlregal mit Käse, Joghurt und Quark. © Martin Wagner/Imago

Lebensmittelpreise: Auch Milch(produkte) bei Aldi, Lidl und Co. werden teurer

Der Ukraine-Konflikt ließ demnach auch Kosten für Energie bei der Viehhaltung und Futter steigen. Diese Kosten seien jedoch noch nicht komplett in der aktuellen Preissteigerung abgebildet, verkündete der Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Die aktuellen Steigerungen seien schon vor Monaten verhandelt worden, aktuelle Preise ermittele man erst in diesen Tagen.

Momentan erhielten konventionell wirtschaftende Milchbauern mehr als 44 Cent pro Liter. Der Milchpreis käme wohl aber kaum den Milchbauern oder dem Tierewohl zugute und decke somit die Kosten der Milchproduktion kaum.

Ukraine-Krieg wirkt sich auf Milchpreise im Supermarkt aus – Preise für Futter und Dünger höher

Expertinnen und Experten betonen unterdessen schon länger den Vorteil von Milchersatzprodukten für die Umwelt im Vergleich zu der konventionellen Milchproduktion. Für eine Studie der Universität Oxford aus dem Jahr 2018 werteten Forschende die Daten von knapp 40.000 Bauernhöfen in aller Welt aus. Die Kuhmilch aus konventioneller Milchproduktion belegte im Vergleich zu Milchersatzprodukten wie Soja-, Hafer-, Reis- und Mandeldrinks hinsichtlich der CO2-Emissionen, Wasserverbrauch sowie Flächennutzung den letzten Platz. (df)

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