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Eon plant Preiserhöhung für Strom und Gas: „Sehr angespannte Lage“

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Von: Lukas Zigo

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Der Chef des Energieversorgers Eon warnt vor drastischen Folgen eines Energie-Embargos und stellt Kunden auf Preiserhöhungen ein.

Berlin – Nie war Strom und Gas so teuer. Filip Thon, Deutschland-Chef des Energieversorger Eon, bereitet die Verbraucherinnen und Verbraucher auf Preiserhöhungen vor. „Wir müssen diese beispiellose Lage auf dem Markt in unserer Preisgestaltung auch anteilig abbilden, versuchen aber so viel wie möglich abzufedern“, sagte Thon den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Verglichen mit den Großhandelspreisen für Erdgas zum Frühjahr 2020 liegt der Preis zum Teil um das 20-Fache höher. Auch beim Strom gebe es Aufschläge um das Achtfache. Aktuell könne noch nicht genau prognostiziert werden, wie stark die Erhöhungen konkret ausfallen werden. Der Manager betonte aber: „In der Stromgrundversorgung wurden bereits mehr als tausend Erhöhungen angekündigt und zum Teil schon durchgeführt. Da geht es um Aufschläge von durchschnittlich 35 Prozent.“

Entwicklung der Heizkosten für 70 m2-Wohnung im Mehrfamilienhaus in Euro:

AbrechnungsjahrErdgasHeizöl
Prognose für 2021775 Euro950 Euro
2020685 Euro625 Euro
2019720 Euro855 Euro
2018700 Euro845 Euro
2017750 Euro895 Euro
Quelle: Heizspiegel

Eon-Chef warnt vor „drastischen Folgen für die deutsche Volkswirtschaft“

Für die Preisentwicklung seien verschiedene Parameter verantwortlich. Allen voran, ob es im Sommer gelinge, ausreichend Gas zu attraktiven Preisen zu kaufen und somit die Gasspeicher für die nächste Heizsaison zu füllen. „Derzeit sind die Speicher nur zwischen 25 und 27 Prozent gefüllt. Das ist ein sehr niedriges Niveau, entsprechend hoch wird die Nachfrage zum Füllen der Speicher sein. Und das treibt die Preise. Die Lage ist sehr angespannt – auch ohne Lieferstopp*“, erläuterte Thon. Sollte kein Gas aus Russland* mehr in der EU* ankommen, so drohten „drastische Folgen für die deutsche Volkswirtschaft“, warnte er.

Eon - Quartalszahlen
Das Logo an der Fassade der Zentrale des Energiekonzerns Eon wird gereinigt. © Rolf Vennenbernd/dpa

Von staatlichen Eingriffen halte er nichts: „Alle Bemühungen in Richtung etwa einer staatlichen Preisobergrenze halte ich für falsch. Denn da bestehe die Gefahr, dass der Markt zusammenbricht“, sagte er dem RND. Da Versorger gezwungen wären, die Energie teurer einzukaufen, als sie sie verkaufen, müssten Unternehmen vom Staat subventioniert werden. Am Ende mache das die Energie aber für die Steuerzahler teurer, welche für die Subventionen aufkommen müssten.

Eon-Chef über EEG-Umlage: „Müssen schauen, ob das reicht“

Thon ist der Meinung, staatliche Hilfen für private Haushalte müssten noch einmal überprüft werden. „Die zum 1. Juli geplante Streichung der EEG-Umlage*, die Stromkunden derzeit noch zahlen, ist sicherlich ein guter Schritt. Wir müssen schauen, ob das reicht. Auf Strom und auch Gas liegen ja weitere Umlagen und Steuern, durch deren Senkung eine zusätzliche Entlastung möglich wäre.“ Zugleich müsse man an der Energieeffizienz sowohl bei Wohnhäusern als auch in Unternehmen gearbeitet werden.

Der Energiekonzern Eon ist einer der größten Energieversorger der Bundesrepublik Deutschland. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über 14 Millionen Privat-, Geschäfts- und Industriekunden. (lz/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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