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Lieferengpässe bei Aldi, Lidl und Co. vor Ostern – Ausgerechnet Eier könnten knapp werden

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Von: Isabel Wetzel

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Bunte Eier auf einer Stiege im Supermarkt: Zu Ostern sind sie besonders gefragt.
Bunte Eier sind zu Ostern gefragt: Doch durch die Folgen des Ukraine-Krieges könnten die Eier Experten zufolge in diesem Jahr knapp werden. © Carmen Jaspersen/dpa

Aktuell sind in Supermärkten und Discountern wie Aldi, Lidl, Rewe und Edeka viele Regale leer. Werden jetzt kurz vor Ostern auch die Eier knapp?

Berlin – Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland bekommen die Folgen des Krieges in der Ukraine mittlerweile deutlich zu spüren. Nachdem die Energiepreise bereits auf immer neue Rekordwerte angestiegen waren, stehen in den Supermärkten jetzt immer mehr Regale leer, denn zahlreiche Lebensmittel werden knapp.

Fachleute warnten sogar bereits vor einer drohenden, weltweiten Lebensmittelkrise infolge des Krieges*. Vielerorts setzt die Produktion aus, Lieferketten sind gestört und die Kosten für Bedarfsgüter steigen ungebremst weiter.

Jetzt schlagen auch der Bundesverband Ei (BVEi) und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDV) Alarm. Wegen der steigenden Kosten für Tierfutter können die Landwirte in den kommenden Monaten weniger Hühner versorgen und halten – und dadurch die Versorgung mit Eiern aus Deutschland nicht mehr aufrechterhalten. Das könnte nicht nur Hamsterkäufe und Lebensmittelknappheit zur Folge haben, sondern auch ein trauriges Osterfest.

Ziffer für die Art der Legehennenhaltung:
0Ökologische Erzeugung
1Freilandhaltung
2Bodenhaltung
3Kleingruppenhaltung/Käfighaltung
Quelle: Bundeszentrum für Ernährung

Lieferengpässe bei Aldi, Lidl & Co.: Steigende Kosten und knappes Futter

Bereits im Dezember 2021 warnten die deutschen Legehennenhalter vor einer Eier-Krise in Deutschland. Schon damals bekamen die Landwirte für 100 Eier rund zehn Euro, die Produktion kostete sie aber rund 10,50 Euro. Sie machten also bereits Verlust, bevor der massive Preisanstieg durch den Ukraine-Konflikt* einsetzte. Neben den steigenden Kosten für Energie und Futtermittel spielten dabei auch die Investitionen in mehr Tierwohl eine entscheidende Rolle.

Denn: Seit dem 1. Januar 2022 ist das Töten von männlichen Küken in Deutschland verboten*. Die daraus resultierenden Mehrkosten beliefen sich laut BVEi auf zwei Cent pro Ei. „Wenn Einzelhandel und Verbraucher nicht bereit sind, mehr Geld für das wertvolle Lebensmittel Ei auszugeben, dann droht der heimischen Eierproduktion das Aus“, erklärte Henner Schönecke damals in einer Pressemitteilung.

Und jetzt hat sich die Situation noch einmal deutlich verschärft. „Es herrscht teilweise blanke Existenzangst bei unseren Landwirten. Die Preise für Futtermittel haben sich in kürzester Zeit mehr als verdoppelt“, so Schönecke am Donnerstag (17.03.2022) in einer Mitteilung des ZVD.

Aldi, Lidl, Rewe und Edeka: Droht eine Eier-Knappheit im Supermarkt vor Ostern?

Rund 20 Milliarden Eier essen die Menschen in Deutschland pro Jahr – Tendenz steigend, wie die deutschen Legehennenhalter berichteten. Kurz vor Ostern steigt die Nachfrage bei Verbrauchern natürlich besonders – denn bunt gefärbte und dekorierte Eier* gehören bei den meisten einfach zum Fest dazu. Das verschärft die Situation der Landwirte zusätzlich.

Viele Geflügelhalter könnten wegen des fehlenden Futters keine Tiere mehr einstallen und weniger Hennen bedeuten weniger Eier. Schönecke rechnet daher damit, dass die Versorgungssicherheit mit deutschen Eiern spätestens ab August 2022 nicht mehr gewährleistet werden kann. Dann drohe der Tod der Branche „auf Raten“, warnte er und forderte neue Verhandlungen und Entscheidungen seitens der Politik und des Handels. (iwe) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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