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Coronavirus

Covid-19 bei Kindern – Auf welche Symptome Eltern achten müssen

  • VonLukas Zigo
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Long Covid wird vor allem bei Kindern mehr und mehr zum Thema. Auch zunächst asymptomatische Kinder können Langzeitfolgen davon tragen.

Frankfurt – Eine der wenigen positiven Aspekte der Corona-Krise ist, dass Kinder - größtenteils - keine schweren Krankheitsverläufe erfahren. Von mehr als 4,7 Millionen Fällen in den USA* mussten unter 2 Prozent in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Frage nach den Langzeitfolgen nach einer Erkrankung an dem Corona-Virus* bei Kindern besteht jedoch nach wie vor. Besonders die Folgeerkrankung, auch Long Covid* genannt, beunruhigt viele Eltern. Lesen Sie hier, was Sie über die häufig auftretenden Symptome* wissen müssen und wie Sie ihr Kind schützen können.

Corona Langzeitfolgen: Athlet:innen klagen über Leistungsverlust

Die Beschwerden, über die Kinder mit Long Covid klagen, sind größtenteils dieselben, die auch Erwachsene erfahren. Atembeschwerden, Kurzatmigkeit und Müdigkeit werden häufig genannt. Was Mediziner:innen beunruhigt, ist jedoch die Schwere der Symptome.

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Carey Lumeng, pädiatrischer Pneumologe und Spezialist auf dem Gebiet, etwa sagte gegenüber der Huffington Post, sein Team habe einige Patienten mit sportlichem Hintergrund behandelt, die Defizite in ihrer Leistungsfähigkeit feststellten. Sie waren beispielsweise nicht mehr in der Lage, in dem Maße zu rennen und zu spielen, wie dies vor der Covid-19-Erkrankung der Fall war.

Corona Langzeiterkrankung: Symptome sind Müdigkeit und Kurzatmigkeit

Andere Kinder erfuhren extreme Müdigkeitserscheinungen. Expert:innen vermuten, die Erkrankungen könnten sich mit schweren Beschwerden wie chronischem Müdigkeitssyndrom oder posturalem orthostatischem Tachykardie-Syndrom überschneiden, welches Benommenheit und Erschöpfung zur Folge haben kann. Auch Geschmacksverlust, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen können Symptome sein.


„Ich denke, es ist wichtig für Eltern zu wissen, dass bei den allermeisten Kindern Covid-19 glücklicherweise mild verläuft“, sagt Diane Arnaout, eine Kinderärztin aus Texas. „Aber das muss nicht heißen, dass sie schwer oder gar chronisch erkranken.“

Long-Covid-Symptome schließen Gehirnnebel ein

Kinder mit Long Covid berichten des Weiteren von „Gehirnnebel“. Bei dem nichtmedizinischen Begriff handelt es sich um ein Symptom, welches den Betroffenen Schwierigkeiten beim Denken und Konzentrieren bereiten. Bei Kindern und Jugendlichen kann dies so aussehen, als hätten sie plötzlich eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ohne Hyperaktivität entwickelt, so die amerikanische Akademie für Pädiatrie.

Während dies die häufigsten Symptome sind, sind es keineswegs die einzigen. Eine auf Erwachsene fokussierte Studie entdeckte, dass es möglicherweise mehr als 200 Symptome gibt, die mit Long Covid im Zusammenhang stehen. „Ich behandele eine Teenagerin, Monate nach ihrer Corona-Infektion riecht sie Exkremente, sobald sie in der Nähe von Fleisch jeglicher Art ist“, sagt Kinderärztin Arnaout der Huffington Post. „Das mag mild erscheinen, kann aber einen großen Einfluss auf den Appetit und das mentale Wohlbefinden haben.“

US-Arzt: Ärzte in Europa behandeln Symptome – nicht das Syndrom

Long Covid ist ein Syndrom – also eine Gruppe von Symptomen, welche oft gemeinsam auftreten – und daher nichts, was mit einem Test diagnostiziert werden kann. „Es gibt keinen Diagnosetest für Long Covid. Außerdem gibt es nicht die eine Behandlung gegen das Syndrom“, erläutert Pneumologe Lumeng. Er fügt hinzu, dass die Behandlungen in Europa eher Symptome-basiert sind. Sprich, wenn ein Kind Asthma-artige Symptome hat, behandeln sie das Kind in derselben Weise wie ein Kind mit Asthma. Ein HNO-Arzt könnte den Geruchs- und Geschmacksverlust behandeln.

Kompliziert wird die Situation dadurch, dass es keine einheitliche Definition dafür gibt, was Long Covid überhaupt ist. Viele Expert:innen sind der Meinung, dass die Erkrankung drei Monate nach dem Auftreten von Symptomen startet. „Die Definition von Long Covid wird noch bestimmt. Wir wissen mit Sicherheit, dass Kinder für etwa vier Wochen Symptome aufweisen, und das ist in der Tat relativ normal“, sagt Lumeng: „Viele Kinder können Symptome über einen längeren Zeitraum aufweisen, zwei bis drei Monate lang, bis diese endlich abklingen. Mit Sicherheit ist das sehr beunruhigend für die Familien. Sie wissen nicht was passiert. Aber es gibt tatsächlich eine Art Abfall nach etwa drei Monaten, nachdem Dinge besser werden.“

Long Covid ist seltener als Ärzte zunächst befürchtet hatten

Zu Beginn der Pandemie gab es Forschungsergebnisse, welche suggerierten, dass die Häufigkeit von Long-Covid-Symptomen bei Kindern bei mehr als 60 Prozent liegen könnte, so Lumeng.

Statistik zu Long-Covid

Nachfolgende Forschungen kamen jedoch zu beruhigenderen Ergebnissen: Eine Studie befand, dass nur etwa 4 Prozent der Kinder einen Monat nach der Corona-Infektion Symptome zeigten, nach zwei Monaten waren es weniger als 2 Prozent. Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie, welche noch nicht umfassend geprüft und bestätigt wurde, ergab, dass zwischen 2 und 14 Prozent der Kinder auch mehrere Monate nach der Erkrankung noch Symptome aufweisen.

Im Gegensatz dazu zeigen Studien, dass einer von vier Erwachsenen Long-Covid-Symptome aufweist, auch wenn die eigentliche Infektion mild verlief. „Glücklicherweise scheint es öfter bei Erwachsenen zu passieren als bei Kindern“, sagt Kinderärztin Arnaout der Huffington Post.

Delta könnte für Kinder alles ändern

Während Ärzt:innen beruhigt sind, dass Long Covid bei Kindern viel weniger verbreitet ist als gedacht, steigen die Infektionsfälle aktuell wieder stark an. Grund dafür ist die viel ansteckendere Delta-Variante des Corona-Virus. Es ist daher wichtiger denn je, dass Eltern zum Schutz ihrer Kinder beitragen, indem sie Masken tragen, Abstand halten und dafür Sorge tragen, dass alle Familienmitglieder eine Impfung* erhalten.

Viele Eltern tun bereits, was Ärztinnen, Ärzte und öffentliche Gesundheitsrichtlinien vorschlagen. Geburtstage sollten nach draußen verlegt werden, Familienfeiern vertagt und Schulfenster geöffnet werden, rät Arnaout. Es ist wichtig für Eltern, diese Variante ernst zu nehmen, vor allem, wenn die Kinder wieder zur Schule gehen. (Lukas Zigo) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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