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Corona-Impfung: WHO lehnt Booster für Kinder und Jugendliche ab

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Von: Isabel Wetzel

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Ein Junge wird gegen Corona geimpft: Die WHO fordert weitere Untersuchungen dazu, wer den Booster wirklich braucht.
Die WHO fordert weitere Untersuchungen dazu, wer tatsächlich einen Booster gegen Covid-19 braucht – und wer nicht. © Ezequiel Becerra/afp

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht keinen Anlass dafür, gesunde Kinder und Jugendliche zu boostern. Das Augenmerk müsse auf den Schwächsten liegen. 

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine neue Einschätzung zur Notwendigkeit von Booster-Impfungen gegen Corona* abgegeben. Es gebe derzeit keinen Anhaltspunkt dafür, dass gesunde Kinder und Jugendliche eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 benötigen, erklärte die leitende Wissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan am Dienstag (17.01.2022) auf einer Pressekonferenz.

Die schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante* des Coronavirus hat in zahlreichen Ländern dazu geführt, dass weitere Impfempfehlungen und schnellere Booster empfohlen wurden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte erst am Donnerstag (13.01.2022) die Auffrischungsimpfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren in Deutschland empfohlen. Stark ansteigenden Infektionszahlen und dadurch befürchteten Konsequenzen für das Gesundheitssystem würden das erforderlich machen, hieß es in dem Statement der Stiko.

„Keine Beweise“: WHO sieht keinen Grund Kinder und Jugendliche gegen Corona zu boostern

Die WHO sieht das anders. Es gebe derzeit keine Beweise, dass gesunde Kinder oder Jugendliche einen Booster benötigen, so Swaminathan. Ersten Studien zufolge ist Omikron zwar ansteckender als vorherige Corona-Varianten und befällt häufiger auch Geimpfte, andererseits gibt es aber vermutlich zahlreiche asymptomatische und milde Verläufe*.

Das Augenmerk müsse demnach weiterhin darauf liegen, die Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen, „die am meisten gefährdet sind, schwer zu erkranken und zu sterben“, erklärte die Wissenschaftlerin der WHO. Das seien vor allem ältere und immungeschwächte Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und Mitarbeiter:innen im Gesundheitswesen.

Booster gegen Omikron: Immunschutz gerade bei Älteren deutlich erhöht

Gerade bei älteren Menschen erhöht die Booster-Impfung den Immunschutz gegen Covid-19 deutlich, zeigen die jüngsten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI). Zudem warnte die WHO zuletzt davor, Omikron grundsätzlich als „milde Variante“ einzustufen. Auch wenn das Virus insgesamt zu weniger schweren Krankheitsverläufen führe, kämen wie bei seinen Vorgängern Menschen in Krankenhäuser, genauso wie weiterhin Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung stürben.

Die führenden Expertinnen und Experten der WHO werden im Laufe der Woche über die Booster-Impfung beraten und anschließend eine Empfehlung aussprechen, wie die Länder die Auffrischung handhaben könnten. (iwe) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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