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Nicht nur für Corona-Impfungen

Digitaler EU-Impfpass kommt: Das sollten Sie jetzt wissen

  • Sandra Böhm
    VonSandra Böhm
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Die EU-Kommission möchte das Reisen wieder erleichtern. Ab dem 1. Juni soll es einen digitalen EU-Impfpass geben. Nicht nur Impfungen sollen registriert weden.

Brüssel – Ein digitaler Impfausweis soll laut der EU-Kommission bis zum 1. Juni 2021 fertig sein und damit das Reisen in den Sommerferien innerhalb der EU ermöglichen. EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Mittwoch (17.03.2021): „Der Nachweis soll bis zum Beginn des Sommers einsetzbar sein, und der Sommer beginnt am 1. Juni.“

Inzwischen steht bereits fest, wie das Dokument heißen soll. Angelegt an den Grünen Pass in Israel soll es „Digitales Grünes Zertifikat“ heißen. Daraus wird auch deutlich, dass es sich dabei keineswegs um einen reinen Impfpass handelt, sondern eher um ein Gesundheitszertifikat. Denn nur nicht nur Corona-Impfungen sollen dort registriert werden, sondern auch die Ergebnisse von zugelassenen PCR- und Schnelltests sowie eine überstandene Coronavirus-Infektion.

Digitaler europäischer Impfpass: Mehr Daten als nur Corona-Impfungen

„Mit diesem digitalen Zertifikat wollen wir unseren Mitgliedstaaten helfen, verantwortungsvoll und sicher die Freizügigkeit wiederherzustellen“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel.

Die EU-Kommission möchte das Reisen wieder erleichtern. Ab dem 1. Juni soll es einen digitalen EU-Impfpass geben (Symbolbild).

Da nicht nur Impfungen in dem Dokument eingetragen werden sollen, sei es laut Justizkommissar Didier Reynders nicht diskriminierend. Der Pass soll sowohl digital als auch in Papierform gelten. Im Gespräch mit dem Portal Politico betonte er, dass die Bewegungsfreiheit eines der zentralen Rechte von EU-Bürgern ist. Das „Digitale Grüne Zertifikat“ werde diese Bewegungsfreiheit ermöglichen und die Folgen der Restriktionen der Mitgliedsstaaten abmildern.

Das soll auf dem „Digitalen Grünen Zertifikat“ gespeichert werden:

  • Corona-Schutzimpfungen
  • Ergebnisse zugelassener PCR- und Schnelltests
  • bereits überstandene Corona-Infektionen

Digitales Grünen Zertifikat: Reiseerleichterungen mit europäischem Impfpass?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich bisher gegen Erleichterungen gegen Geimpfte gestellt, da aufgrund des Corona-Impfstoff-Mangels noch nicht allen Menschen ein Impfangebot gemacht werden könne. Griechenland und andere Länder drängen hingegen auf Reiseerleichterungen mit diesem Dokument.

„Wir holen uns unsere europäische Lebensweise zurück“, sagte Schinas. Dies solle aber auf sichere Weise geschehen. Das Zertifikat soll jeder kostenlos erhalten. Der zentrale Punkt des Dokuments soll ein QR-Code sein, der die Sicherheit und Echtheit erfasst.

Digitaler europäischer Impfpass: Noch sind nicht alle Punkte geklärt

Es gibt jedoch auch noch mehrere kritische Punkte. Zum einen ist noch unklar, wie mit Corona-Impfstoffen aus Russland* und China umgegangen werden soll. Diese Impfstoffe haben noch keine Empfehlung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). In Ungarn wird das russische Präparat Sputnik V jedoch bereits verimpft.

Laut dem aktuellen Kommissionsvorschlag sind EU-Länder dazu angehalten, Impfzertifikate aus anderen Staaten anzuerkennen, wenn es sich um Impfstoffe mit einer Lizenz der EMA handle. Hat das entsprechende Vakzin diese Lizenz nicht, kann der Impfnachweis akzeptiert werden. Dies ist jedoch nicht verpflichtend.

Auch zwecks des Datenschutzes gibt es Bedenken. Sensible medizinische Daten gehörten nur in die Hände der Betroffenen und nicht in ein zentrales Impfregister, betonte EU-Abgeordnete Patrick Breyer (Piratenpartei) laut tagesschau.de. „Wichtig ist, dass die Informationen bei den Privatunternehmen, die sie kontrollieren sollen, nicht weiter gespeichert und für andere Zwecke verwendet werden“, so der Politiker in der ARD. (Sandra Böhm) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Meissner/Imago

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