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Aldi, Lidl, Edeka & Co.: Preise für Lebensmittel steigen deutlich - Milch so teuer wie nie

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Von: Nadja Austel

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Viele Lebensmittel-Preise sind im Zuge des Ukraine-Konflikts massiv angestiegen. Nun trifft es die Milch – und das mit höheren Preisen als „jemals zuvor“.

Frankfurt – Die Preiserhöhungen für Lebensmittel in Deutschland* hatten sich in vielen Supermärkten und Discountern wie Aldi,* Lidl* und Edeka* bereits deutlich bemerkbar gemacht. Doch vielerorts werden Artikel nicht nur teuer, sondern auch knapp, wie es bereits beim Sonnenblumenöl in vielen Supermärkten der Fall war*. Auch Milchprodukte wie Butter war bereits von Preissteigerungen betroffen,* doch nun sollen die Preise für Molkereiprodukte ein weiteres Mal ansteigen.

„Die Preise steigen in einem Ausmaß, das habe ich noch nicht erlebt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Milchindustrie, Eckhard Heuser, der Mitteldeutschen Zeitung und fügt hinzu: „Die Milch wird richtig knapp.“ Im Februar wurde das bisherige Allzeithoch aus dem Jahr 2007 geknackt, vermeldet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI).

Adi, Lidl und Edeka: Lebensmittelpreise im Supermarkt steigen – wird auch Milch teurer?

Auf 65 Cent je kg steigt der Börsenmilchwert laut Institut für Ernährungswissenschaft (Ife) Kiel diese Woche (KW 15), sagt Olaf Zinke, Agrarmarktexperte des Online-Informationsportals Agrarheute. Das seien rund 7 Cent mehr als vor zwei Wochen und der höchste jemals erreichte Stand. So hohe Milchpreise habe es noch niemals zuvor gegeben, so der Experte weiter.

Woran liegt das? Die Wertschöpfungskette der Milch hat derzeit mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen. Der Rohstoff Milch an sich sei ohnehin bereits knapp, so Zinke. Hinzu komme jetzt auch noch die Kostenexplosion bei Energie, Transport und Rohstoffen, mit denen die Bauern zu kämpfen haben. Dadurch verteuerten sich alle Agrarprodukte noch einmal deutlich.

MonatKieler Börsenmilchwert*
04.202267,2
05.202266,5
06.202266,1
* Berechnung nach: Methode Kieler Rohstoffwert, 4,0% F., 3,4% Eiw., ab Hof, o. MwSt.
Quelle: ife-ev.de

Preise für Lebensmittel steigen bei Aldi, Lidl und Edeka – Warum trifft es die Milch so hart?

Für die Molkereien werde es immer teurer, Milch anliefern zu lassen und zu verarbeiten. Für die Bauern wird es indessen immer teurer überhaupt Milch zu erzeugen, denn sie trifft die Kostenexplosion bei Energie, Treibstoff und bei Futter ebenfalls mit voller Wucht. Der Kostendruck trifft also alle Beteiligten, dieser landet schließlich in Form von Preiserhöhungen beim Verbraucher.

Molkerei Schwarzwaldmilch / Bio-Milch, für Erzeuger unter Preisdruck kaum noch tragbar? (Symbolbild)
Bio-Milch, für Erzeuger unter Preisdruck kaum noch tragbar? (Symbolbild) © Patrick Seeger/dpa

Ein weiteres Problem der Wertschöpfungskette für Milch sei das Wegbrechen von Warenströmen aus der Ukraine, so die Lebensmittel-Zeitung weiter. Insbesondere was gentechnikfreie Futtermittel wie Raps angeht, habe Deutschland zuvor bis zu drei Millionen Tonnen jährlich importiert.

Milch-Preis: Weitere Erhöhung der Lebensmittelpreise zu erwarten, auch bei Aldi und Co. möglich

Die günstigste 250-Gramm-Packung Markenbutter kostet laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) derzeit 2,09 Euro, das sind 44 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Ich gehe davon aus, dass der Preis weiter steigt“, sagt auch Heuser. Der Liter H-Milch koste aktuell 0,98 Cent, er erwarte jedoch einen Preis von mehr als einem Euro in den kommenden Monaten.

„Es war noch nie so lukrativ aufzuhören, wie jetzt“, zitiert die Lebensmittel-Zeitung einen Erzeugervertreter am Rande des 12. Berliner Milchforums Ende vergangener Woche in Berlin und verweist auf die Rekordpreise, die Schlachter für Kühe bezahlen. Ans Aufgeben würden demnach tausende kleinere Betriebe denken, die nicht mehr in Tierwohl investieren können oder wollen, um die steigenden Anforderungen des Handels und der Politik zu erfüllen. (na) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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