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Der „Green Deal“ wird sich auch auf das Fliegen auswirken.

Green Deal

Was auf die Verbraucher zukommt

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Von der Leyens „Green Deal“ wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus - ein Überblick.

Der „Green Deal“, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch vorgestellt hat, ist ein Komplettumbau von Industrie, Energieversorgung, Verkehr und Landwirtschaft. Ein Überblick:

Wohnen:  Die EU-Kommission hat sich vorgenommen, klimaschädlichen Heizmethoden den Garaus zu machen. Wohnen dürfte also teurer werden – wobei sich derzeit nicht sagen lässt, in welcher Höhe. EU-Kommissar Frans Timmermans, verantwortlich für den Green Deal, will eigenen Angaben nach vermeiden, dass es am Ende viele Verlierer und wenige Gewinner des Umbaus gibt. Wer sich eine Heizungssanierung oder bessere Isolierung nicht leisten könne, müsse die Möglichkeit bekommen, die Kosten über Jahre abzustottern. Das dürfte sich allerdings auch in höheren Mieten niederschlagen. Andererseits würden die Kosten für das Heizen sinken.

Green Deal: Autofahren und Fliegen werden teurer

Verkehr:  Autofahren und Fliegen werden teurer, weil die Kommission den Straßenverkehr in den Emissionshandel einbeziehen und den Handel mit Emissionszertifikaten für die Luftfahrt-Branche verschärfen will. Autos mit geringerem Kraftstoffverbrauch könnten helfen, die Belastung für die Verbraucher zu reduzieren. Gleichzeitig soll der Schienenverkehr ausgebaut werden. Um die Zahl der Flugbewegungen zu reduzieren, wird derzeit laut über die Wiedereinführung der aus der EU fast verschwundenen Nachtzüge zwischen Metropolen nachgedacht.

Landwirtschaft:  Eine klimafreundlichere Landwirtschaft, in der gleichzeitig auch noch der Einsatz von umweltschädlichen Hilfsmitteln sinkt, könnte höhere Lebensmittelpreise zur Folge haben. Auf der anderen Seite steht: Weniger Pestizide führen zu weniger belasteten Böden und gesünderen Lebensmitteln.

Green Deal: Industrie klagt über Verunsicherung

Industrie:  Von den EU-Klimaplänen sind über die teureren Verschmutzungszertifikate vor allem energieintensive Branchen betroffen. Dazu zählen etwa Stahl- und Zementwerke. Nach Schätzungen könnten wegen höherer Stahlpreise die Herstellungskosten für ein Auto um 80 Euro steigen. Die Industrie klagt bereits über eine Verunsicherung der Unternehmen. Auch stünden Arbeitsplätze auf dem Spiel. Dagegen sagt von der Leyen, ihre Pläne seien Europas neue Wachstumsstrategie. Der Green Deal werde zugleich die Emissionen senken und Arbeitsplätze schaffen. Nicht zuletzt erhofft sie sich, dass die Unternehmen in der EU klimafreundliche Technologien exportieren werden.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Energieexpertin Claudia Kemfert zum Green Deal: „Ein Anfang ist gemacht – mehr auch nicht“ und unsere Berichte Neuer Schung für Madrid und Europa stürmt voran.

Neues vom Klimagipfel finden Sie in unserem Ticker. 

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