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Es fällt einiges an.

Plastik

Verbote und Quoten

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Es fehlt an klaren Vorgaben der Politik, um wirkungsvoll gegen den Plastik-Wahn anzugehen. Der FR-Kommentar.

Die meisten großen Handelskonzerne in Deutschland haben mittlerweile einfache Tragetüten aus Plastik abgeschafft. Das ist mehr als nichts, aber weniger als notwendig. Denn weiterhin sind Obst, Gemüse und Salate häufig in Plastikbehältnissen abgepackt, auf die man verzichten könnte und müsste: durch bloßes Weglassen oder, wo das nicht praktikabel ist, durch den Einsatz zu 100 Prozent abbaubarer Materialien auf Pflanzenbasis.

Hier sollte die Bundesregierung im Einklang mit Brüssel klare Vorgaben formulieren. Die von der EU geplanten Verbote von Plastikgeschirr und Recycling-Quoten für Getränkeflaschen sind wohl Schritte in die richtige Richtung, aber auch sie reichen nicht aus. Denkbar wäre etwa ein (steuerliches) Bonus-Malus-System, um auch das Verhalten der Verbraucher zu beeinflussen: Wer Pfirsiche in der Plastikschale kauft, zahlt an der Kasse mehr pro Kilo, wer ohne Verpackung auskommt, erhält einen Preisnachlass. 

Allerdings ist der Einzelhandel nicht die einzige Branche, die für Kunststoffe in der Umwelt verantwortlich ist. In Meerwasseruntersuchungen kam die norwegische Umweltbehörde vor einigen Jahren zu einem erstaunlichen Ergebnis: 56 Prozent aller Kunststoffpartikel in den Gewässern vor Norwegens Küsten waren durch den Abrieb von Autoreifen verursacht. Daher müssen nicht allein Handel und Verpackungswirtschaft Verantwortung dafür übernehmen, Kunststoffemissionen spürbar zu verringern. 

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