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Gift für Umwelt, für Fauna und auch für den Mensch: Landarbeiter versprühen auf einem Gemüsefeld in China Pestizide.
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Gift für Umwelt, für Fauna und auch für den Mensch: Landarbeiter versprühen auf einem Gemüsefeld in China Pestizide.

Umwelt

Verbot von Pestiziden: „Das Insektenschutzgesetz reicht nicht aus“

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Ein breites Öko-Bündnis setzt sich für ein Verbot gesundheitsgefährdender Pestizide bis 2026 ein und erhöht den Druck auf Abgeordnete.

Rund 35 000 Bio-Bauernhöfe gibt es in Deutschland, das ist jeder achte Betrieb. Seit 2015 haben über 8000 Bäuerinnen und Bauern auf Öko umgestellt. Der Rest arbeitet konventionell, auch mit chemischen Pestiziden. Ein Zusammenschluss von rund 100 Umweltorganisationen, Bio-Unternehmen und Wissenschaftler:innen fordert die Kandidat:innen für den neuen Bundestag nun auf, sich für einen Ausstieg einzusetzen. Die Verwendung von chemischen Pestiziden solle bis 2035 beendet und ein Verbot von gesundheitsgefährdenden Wirkstoffen bis 2026 beschlossen werden.

Das Bündnis schrieb an die Kandidat:innen von Union, SPD, Grünen, FDP und Linken: „Setzen Sie sich in der kommenden Legislaturperiode ein für eine Beschlussfassung auf nationaler und EU-Ebene zum schrittweisen Ausstieg aus der Anwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden bis zum Jahr 2035 sowie für ein Verbot der für Gesundheit und Umwelt besorgniserregendsten Pestizide in den nächsten fünf Jahren.“ Initiator des Aufrufs ist das „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“, eine 2017 gegründete Öko-Organisation. Die AfD-Kandidat:innen bekamen keine Post. Man richte sich nur an Parteien, die demokratisch seien, so das Bündnis.

Pestizide: „Maßnahmen reichen nicht“

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Biomarkt-Kette Bio Company, der Demeter-Verband, die Internationale Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rhein-Einzugsgebiet (IAWR), die GLS-Bank, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Umweltinstitut München sowie die Michael Succow- und die Schweisfurth-Stiftung.

Der Vorstand des Enkeltauglich-Bündnisses, Johannes Heimrath, sagte zur Begründung der Initiative: „Bisherige Maßnahmen wie das kürzlich beschlossene Insektenschutzgesetz reichen bei weitem nicht aus, um Mensch und Natur vor Pestiziden zu schützen.“ Hier müssten die Abgeordneten nachsteuern. Besonders Wirkstoffe wie Glyphosat, Pendimethalin, Prosulfocarb und Terbuthylazin, die sich über die Luft weit verbreiteten, müssten sofort neu bewertet werden. „Bis sichere Ergebnisse vorliegen, sind für diese Pestizide strenge Risikominderungsmaßnahmen einzuleiten“, so Heimrath.

Abgeordnete sollen Pestizide-Zulassung reformieren

Das Bündnis veröffentlichte 2020 eine Studie zur Verbreitung von Pestiziden in der Luft, wonach ein kilometerweiten Ferntransport mehrerer Pestizide bis in Städte und Naturschutzgebiete hinein nachweisbar ist. Laut Umweltbundesamt werden in Deutschland pro Hektar und Jahr rund 8,8 Kilogramm Pestizide eingesetzt, davon 2,8 Kilogramm reiner Wirkstoff. Insgesamt beläuft sich der Pflanzenschutzmittel-Absatz auf rund 27 000 Tonnen Pestizid-Wirkstoffe pro Jahr.

In dem Brief werden die künftigen Abgeordneten aufgefordert, sich für eine Reform des Pestizid-Zulassungsverfahrens auf EU-Ebene einzusetzen. Dabei müssten der Ferntransport von Pestiziden durch die Luft sowie die Kombinationswirkung mehrerer Pestizide in der Natur und im menschlichen Körper künftig stärker berücksichtigt werden. Beides werde bislang sowohl politisch als auch wissenschaftlich zu wenig beachtet. Zudem sollten sie sich für ein jährliches Pestizid-Monitoring und die Einführung einer Pestizid-Abgabe ab 2022 stark machen.

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