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Verschleppte die Erneuerung der Flotte und ignorierte die Billigkonkurrenz: Wolfgang Mayrhuber.

Kommentar zu Mayrhuber

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Erst Vorstandschef, dann an der Spitze des Aufsichtsrats die Karriere ausklingen lassen - so lief das bislang bei der Lufthansa. Doch auch ohne die massive Kritik wäre Mayrhuber eine schlechte Wahl gewesen.

Erst Vorstandschef und dann an der Spitze des Aufsichtsrats die Karriere ausklingen lassen. So lief das bislang bei der Lufthansa in vielen anderen Großkonzernen. Mit diesem dynastischen Denken muss Schluss sein. Der plötzliche Rückzieher des designierten Aufsichtsratschefs der Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, zeigt dies wie in einem Brennglas. Mayrhuber als LH-Boss: Das war die Gute-Laune-Lufthansa, die fröhlich andere Airlines kaufte und Gewinne machte. Das war aber nur möglich, weil Mayrhuber die extrem teure Erneuerung der Flotte verschleppte und die stärker werdende Billigkonkurrenz ignorierte.

Nun muss der neue LH-Chef Christoph Franz mit vielen unpopulären Maßnahmen auslöffeln, was sein Vorgänger ihm eingebrockt hat. Das wäre mit Mayrhuber als oberstem Kontrolleur niemals gut gegangen. Jede Entscheidung des Vorstandschefs wäre daraufhin abgeklopft worden, ob sie jetzt eine Konzession an den Aufsichtsratsvorsitzenden ist, ob sie vielleicht Teil eines Kuhhandels mit ihm ist oder ob es nun Ärger zwischen den beiden Managern gibt. Die Position von Franz wäre grundlegend destabilisiert worden. Noch nicht einmal Gewerkschafter können daran Interesse haben. Wer hat’s verbockt? Vor allem der alte Aufsichtsratschef Jürgen Weber. Er und seine Kollegen in dem Kontrollgremium hätten schon viel früher die Kritik an Mayrhuber ernst nehmen und einen anderen Kandidaten zum neuen Aufsichtsratschef aufbauen müssen.

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