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Verbesserungen sind dringend notwendig

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Von: Melanie Reinsch

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Manuela Schwesig ist im Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig.
Manuela Schwesig ist im Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig. © BILAN/EPA/REX/Shutterstock

Das Kabinett beschließt ein Gesetz, das die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen verringern soll. Es ist aber nur ein erster Schritt, dem noch ein zweiter folgen muss. Ein Kommentar.

Ist das Wasserglas halb voll oder halb leer? An dieser Frage kann man die Debatte um das Lohngleichheitsgesetz festzurren. Das am Mittwoch im Kabinett beschlossene Gesetz soll die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen schließen – oder zumindest verringern. Denn diese beträgt in Deutschland fast unverändert seit mehr als 20 Jahren 21 Prozent. Frauen verdienen im Schnitt also rund ein Fünftel weniger als Männer.

Das neue Gesetz aus dem Haus des Familienministeriums erreicht die Hälfte der berufstätigen Frauen. Immerhin. Es sind die, die in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern beschäftigt sind. Sie haben nun das Recht zu erfahren, was ihre männlichen Kollegen verdienen. Mit dieser Transparenz soll verhindert werden, dass eine Frau, die die gleiche Arbeit wie der Kollege verrichtet, weniger verdient.

Das ist ein Fortschritt, aber kein Durchbruch. Es ist ein erster Schritt, dem dringend ein zweiter folgen muss. Denn die Hälfte der Frauen wird mit dem Gesetz weiterhin nicht erreicht. Für sie ist das Glas halbleer.

Es ist richtig, das Gesetz erst einmal zu verabschieden – als Grundlage. Nun muss Manuela Schwesig (SPD) dafür sorgen, dass die Frauen, die jetzt das Nachsehen haben, nicht vergessen werden und auch bei Betrieben unter 200 Mitarbeitern den Finger in die Wunde legen. Ein Gleichheitsgesetz muss alle gleich behandeln, unabhängig von Betriebsstruktur und Mitarbeiterzahl.

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