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Mit viel Wind und Sonne

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Von: Joachim Wille

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Das Heizkraftwerk in Berlin Mitte soll ohne Kohle auskommen.
Das Heizkraftwerk in Berlin Mitte soll ohne Kohle auskommen. © picture alliance / Ulrich Baumga

Vattenfall will bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden. Dafür setzen die Schweden auf Erneuerbare Energien – mit Folgen für die Berliner Heizkraftwerke des Konzerns.

Der Energiekonzern Vattenfall will bis 2040 klimaneutral werden – und damit fünf Jahre, bevor dieses Ziel in Deutschland generell erreicht sein soll. Das hat das Unternehmen, das in Berlin eines der größten deutschen Fernwärmenetze betreibt und hier etwa jeder dritte Wohnung versorgt, kürzlich bekannt gegeben.

In Konsequenz hebt Vattenfall die bisherigen CO2-Einsparziele deutlich an. Die Berliner erfüllen damit nach eigenen Angaben in ihrem Geschäftsbereich die Voraussetzung dafür, dass die Klimaerwärmung auf die im Pariser Weltklimavertrag vorgesehenen 1,5 Grad begrenzt werden kann.

Der schwedische Konzern – hierzulande die Nummer fünf der Stromkonzerne – will die Emissionen im Zwischenschritt bis 2030 um 77 Prozent senken, verglichen mit dem Basisjahr 2017. Dafür sollen unter anderem die Kohleverbrennung in den beiden letzten Berliner Heizkraftwerken Moabit und Reuter West, die noch mit diesem Rohstoff betrieben werden, beendet werden.

Vattenfall will Kapazitäten an Wind- und Solarenergie vervierfachen

Künftig soll die Heizenergie in einer Kombination von Biomasse, Erdgas, Großwärmepumpen und Strom erzeugt werden. Erst im August hatte das Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen, dass bis 2030 mindestens 40 Prozent der Energie im Stadtwärmenetz aus erneuerbaren Quellen oder aus Abwärme, etwa aus Industriebetrieben, stammen sollen.

Im Stromsektor will Vattenfall die Kapazitäten an Wind- und Solarenergie vervierfachen. Außerdem plant das Unternehmen, Industriebetriebe bei der Elektrifizierung zu unterstützen, etwa in den Bereichen Stahl, Zement und Chemikalien. Außerdem soll die Zahl der Ladestationen für E-Autos auf das 25-Fache steigen.

Bisher hatte Vattenfall seine Geschäftspolitik am weniger ambitionierten Zwei-Grad-Limit orientiert, das der Paris-Vertrag als Mindestszenario vorgibt. Konzernchefin Anna Borg sagte zur Begründung der Verschärfung: „Die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, ist nicht genug. Der Unterschied von 0,5 Grad bedeutet für uns sehr viel und ist ein großer Schritt in Richtung eines fossilfreien Lebens innerhalb einer Generation.“

Vattenfall hat Selbstverpflichtung zu Netto-Null bei Treibhausgasen abgegeben

Der Konzern hat seine Selbstverpflichtung zur Netto-Null bei den Treibhausgasen im Rahmen der „Science Based Targets Initiative“ (SBTI) abgegeben. Diese Initiative unterstützt Firmen dabei, sich CO2-Ziele zu setzen. Dahinter stehen unter anderem die Nachhaltigkeitsinitiative United Nations Global Compact und die Umweltstiftung WWF.

Die Organisation ist von Vattenfall beauftragt, die Einhaltung des Ziels und die Fortschritte in diese Richtung zu überprüfen. Ihr Geschäftsführer und Mitbegründer Alberto Carrillo Pineda erklärte: „Dass Vattenfall, eines der führenden Energieunternehmen Europas, diesen mutigen Schritt getan hat und zu den wenigen europäischen Energieunternehmen gehört, die sich verpflichtet haben, ihre Emissionen entsprechend der 1,5-Grad-Marke zu senken, ist sehr erfreulich.“

In Deutschland hat der baden-württembergische Energiekonzern EnBW sich ein noch strikteres CO2-Ziel gegeben. Er peilt Klimaneutralität bis 2035 an. Andere Konkurrenten wie der Marktführer Eon oder RWE sprechen ebenfalls von 2040, haben sich bisher aber nicht auf das strikte SBTI-Regime verpflichtet.

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