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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) freut sich über die steigende Beteiligung der Väter am Elterngeld.
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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) freut sich über die steigende Beteiligung der Väter am Elterngeld.

Elterngeld

Väterbeteiligung am Elterngeld steigt an

  • Melanie Reinsch
    VonMelanie Reinsch
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Immer mehr Väter nehmen Elterngeld und steigen für eine Zeit aus dem Job aus. Das Saarland bildet dabei das Schlusslicht, Sachsen und Bayern führen die Tabelle an.

Immer mehr Väter beziehen Elterngeld: Für mehr als jedes dritte Kind, das 2014 in Deutschland geboren wurde, bezog nicht allein die Mutter, sondern auch der Vater das sogenannte Elterngeld, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Das sind rund zwei Prozent mehr, als noch im Jahr 2013. Im Geburtenjahr 2008 wurde das Elterngeld vom Vater nur bei jedem fünften Kind beantragt.  2010 wurde es bereits bei jedem vierten Kind in Anspruch genommen.

„Immer mehr Väter wollen Zeit mit ihren Kindern verbringen.  Das freut mich sehr – auch weil ich weiß, dass die meisten damit ihre Partnerinnen unterstützen, wenn diese nach ihrem Elterngeldbezug wieder ihre Erwerbstätigkeit aufnehmen“, erklärte Familienministerin Manuela Schwesig (SPD).  Die Partnermonate seien ein Gewinn für Eltern und Kinder, deshalb unterstütze das Familienministerium die  partnerschaftliche Vereinbarkeit auch mit dem ElterngeldPlus.  Das ElterngeldPlus konnten Eltern, deren Kinder im Jahr 2014 geboren wurden, aber noch nicht in Anspruch nehmen.

Sachsen ist im dritten Jahr in Folge Spitzenreiter bei der Väterbeteiligung. Bei 44 Prozent der Kinder, die im Jahr 2014 geboren wurden, nahmen Väter das Elterngeld in Anspruch. Knapp dahinter mit fast 42 Prozent liegt Bayern. Das Schlusslicht bildet das Saarland mit 23 Prozent.

„Es gibt keine einfache Erklärung dafür, warum das Saarland Letzter bei der Väterbeteiligung ist und  Sachsen und Bayern die Tabelle anführen. Gerade in Bayern könnte man ja aufgrund der noch stärker  traditionell geprägten Strukturen denken, dass die Elternzeit von Vätern  weniger  akzeptiert wird“,  sagt Christian Schmitt vom  Institut für Soziologie und Demographie an der Universität Rostock.

Stadstaaten schneiden besser ab

Stadtstaaten wie Berlin oder Hamburg schnitten gut ab, weil das Bildungsniveau und die  Einkommen höher seien und Familien auch häufiger alternative Familienmodelle lebten. Dort sei es eher normal, dass Väter mehr Zeit mit Kindern verbrächten. „Eine Erklärung für die hohe Väterbeteiligung könnte daher sein, dass die Ballungsräume München und Nürnberg in Bayern und Dresden und Leipzig in Sachsen die Zahlen beeinflussen“, so der Wissenschaftler.

Kaum verändert zu den Vorjahren hat sich dagegen die Bezugsdauer. Vier von fünf Vätern (79 Prozent) wählten die Mindestbezugsdauer von zwei Monaten, während die überwiegende Mehrheit der Mütter (87 Prozent) die maximale Bezugsdauer von zwölf Monaten ausschöpfte.

„Vergleicht man die Zahlen von vor zehn Jahren,  ist das erst mal ein gewaltiger Schritt. Die Bereitschaft ändert sich ja, nur eben langsam - in allen Bundesländern. Noch immer ist es aber so, dass die Elternzeit von  Vätern – vor allem bei Arbeitgebern – sozial weniger akzeptiert ist als von Müttern“, erklärt Schmitt.   Die Frau gelte weiterhin als die bessere Person für die Kindererziehung. Frauen stiegen eher aus, weil sie meist auch weniger verdienten und der Familie so ein geringerer Einkommensverlust drohe. „Hier zeigt sich wieder der Gender Pay Gap. Und das zementiert natürlich auch  weiterhin diese klassischen Rollenmuster.“

Anspruch auf das Elterngeld haben Mütter und Väter, die wegen der Betreuung eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder einschränken. Das sogenannte Basiselterngeld wird an Väter und Mütter für maximal 14 Monate gezahlt - beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen, zwei weitere Monate gibt es, wenn sich auch der andere Elternteil an der Betreuung des Kindes beteiligt.

Das ElterngeldPlus, das am 1. Juli 2015 in Kraft trat, gibt Eltern die Möglichkeit, auch während des Eltergeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten zu gehen.

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