JPMorgan Chase and Co. Zentrale in New York.
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Krise in Europa

US-Banken sparen sich schön

  • vonThorsten Schröder
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Amerikanische Banken kämpfen mit Marktverwerfungen in Europa und Rezessionsängsten in der Heimat. Viele Institute stecken deshalb in der Krise.

Die Krise in Europa macht sich auch in den Büchern der amerikanischen Banken bemerkbar. Viele der großen Institute stecken angesichts eines schwachen Umfelds in der EU und der angeschlagenen US-Wirtschaft in der Krise.
Nachdem am Montag die Citigroup mit soliden Zahlen überrascht hatte, enttäuschten die Bank of America und die Investmentbank Goldman Sachs am Dienstag mit ihren Ergebnissen. Die Bank of America – nach Kapitalsumme die größte US-Bank – konnte im dritten Quartal zwar eine Umsatzsteigerung von 6,6 Prozent auf 28,45 Milliarden Dollar vermelden. Auch der Gewinn stieg auf 6,23 Milliarden Dollar. Doch für das gute Ergebnis ist neben dem sinkenden Wert eigener Schulden vor allem ein aggressiver Sparkurs von Bankchef Brian Moynihan verantwortlich. Das Geldhaus, das die Streichung von 30?000 angekündigt hat, verkaufte im August ein 5-Milliarden-Dollar-Aktienpaket an Großinvestor Warren Buffett und trennte sich von der Hälfte seines Anteils an der China Construction Bank. Damit konnten das schwache Brokergeschäft und anhaltende Verluste im Hypothekenportfolio aufgefangen werden.

Die Altlasten aus ihren Hypothekengeschäften vor der Finanzkrise machen der Bank zu schaffen. Für Kreditausfälle und Klagen von Investoren musste die Bank of America bisher rund 30 Milliarden Dollar aufwenden.

Solide Ergebnisse von der Citigroup

Auch Goldman Sachs, einst großer Krisen-Gewinner, steckt in Schwierigkeiten. Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte verbuchte die Investmentbank einen Verlust von 393 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel um 60 Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar.

Verantwortlich für das schlechte Ergebnis ist eine waghalsige Strategie von Bankchef Lloyd Blankfein, der das Schicksal seiner Bank in den vergangenen Jahren immer enger an das Brokergeschäft geknüpft hat. Doch der Handel mit festverzinslichen Anleihen, Währungen und Rohstoffen brach wegen eines schwachen Umfelds um 36 Prozent ein. Im Juli kündigte Blankfein im Rahmen eines Sparkurses die Streichung von 1?000 Stellen an.

Ausgerechnet die Citigroup, die von der Finanzkrise besonders hart getroffen worden war und mit Steuergeld gerettet werden musste, lieferte am Montag unerwartet solide Ergebnisse ab. Die einst weltgrößte Bank steigerte trotz der Marktverwerfungen und Rezessionsängsten das Nettoergebnis um 74 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Schrumpfende Erlöse konnte das Institut abfedern, weil die Kosten für faule Kredite sanken. Zugleich schlug ein Sondereffekt – eigene Schulden verloren am Markt an Wert – bei den Erträgen mit einem Plus von 1,9 Milliarden Dollar zu Buche.

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