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Auch Thyssen-Krupp will ökologischer werden.
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Auch Thyssen-Krupp will ökologischer werden.

Umfrage

Unternehmen machen Abstriche bei der Nachhaltigkeit

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Wegen der Pandemie schrauben viele Unternehmen ihre Umwelt-Initiativen zurück. Auf den Klimawandel wollen sie sich trotzdem vorbereiten, wie eine Studie zeigt.

Corona bremst die Initiativen in Unternehmen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. In Deutschland ist dieser Rückschlag sogar noch stärker ausgeprägt als im internationalen Vergleich. Allerdings bedeutet das keine generelle Absage an die Bedeutung dieser Themen. Das sind Ergebnisse der jüngsten globalen Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte.

Rund zwei Drittel der Führungskräfte (65 Prozent) gaben in der Umfrage an, dass ihre Unternehmen aufgrund der Pandemie mehr oder weniger große Abstriche bei den Initiativen zur Nachhaltigkeit machen müssen. Hierzulande waren es 72 Prozent. Immerhin plant jedoch keine der befragten Firmen, ihre Bemühungen dauerhaft komplett einzustellen. Etwa ein Viertel der Befragten erwartet sogar, dass ihre Unternehmen zukünftig aktiver sein werden, in Deutschland sind es 16 Prozent. Für den „Climate Check Pulse Survey“ wurden im Januar und Februar 750 Führungskräfte in 13 Ländern befragt, darunter 50 in Deutschland.

Dauerhafte Veränderungen löst die Pandemie bei einer Minderheit der Unternehmen in der Arbeitsorganisation aus. So wollen 38 Prozent der Firmen (Deutschland: 28 Prozent) das Homeoffice fördern und die Flugreisen ihres Personals reduzieren – beides Ansätze, um Treibhausgase einsparen. Auch viele Führungskräfte machten nach eigenen Angaben die Erfahrung, dass Instrumente wie der Verzicht auf Dienstreisen einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben können. Immerhin 68 Prozent der Managerinnen und Manager (Deutschland: 56 Prozent) planen daher, ihr verändertes Verhalten beizubehalten, um den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern.

Mehr als 80 Prozent der Führungskräfte zeigen sich besorgt über den Klimawandel. Als Probleme wurden Folgen für die internationalen Lieferketten, Ressourcenverfügbarkeit und -kosten genannt. Vor allem Firmen aus der Energie- und Konsumgüterindustrie sind laut der Umfrage bereit, ihre Bemühungen um ökologische Nachhaltigkeit in den nächsten zwölf Monaten zu intensivieren. Umgekehrt nützen Bemühungen um mehr Klimaschutz den Unternehmen. Fast die Hälfte der Unternehmen hat dank entsprechender Initiativen eine Verbesserung von Umsatz und Gewinn festgestellt, in Deutschland waren es sogar 60 Prozent.

Der Chef von Deloitte Deutschland, Volker Krug, kommentierte: „Obwohl derzeit manche Projekte verschoben werden, sind sich die Verantwortlichen in den Unternehmen doch einig, dass sie beim Thema Klimawandel gegensteuern müssen.“ Er riet Firmen, auch mit Blick auf den Green Deal der EU dabei aktiv zu sein, denn dieser verlange bereits 2022 neue Konzepte und Berichtspflichten zum Umweltschutz. „Darauf müssen sich viele Unternehmen in diesem Jahr vorbereiten.“

Eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern aus dem Herbst hatte für Deutschland gezeigt, dass rund ein Drittel der Unternehmen Energiewende-Schritte umgesetzt haben. Bei weiteren 50 Prozent der bundesweit befragten 2600 Firmen läuft die Umsetzung oder es sind Effizienzmaßnahmen in Planung. Jedes vierte Unternehmen setzt inzwischen eigene Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom ein.

Die Auswirkungen der Pandemie bremsten das Engagement bei 36 Prozent der Unternehmen. In immerhin sieben Prozent der Betriebe werden Maßnahmen aber zahlreicher oder schneller angegangen. 61 Prozent der Befragten sprachen sich für einen beschleunigten Ausbau Öko-Energien aus. Damit kam dieser Punkt in der Umfrage erstmals in die Top drei der Empfehlungen an die Politik.

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