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Porträtaufnahmen von Jeff Bezos und Elon Musk.
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Jeff Bezos und Elon Musk sind zwei der reichsten Menschen der Welt. In der Corona-Pandemie konnten die Superreichen ihr Vermögen weiter ausbauen.

Armut und Reichtum

Ungleichheit: Vermögen der Milliardäre während Corona-Pandemie noch schneller gewachsen

  • VonMax Schäfer
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Die globale Ungleichheit zwischen Arm und Reich ist während der Corona-Pandemie gewachsen. Superreiche konnten ihr Vermögen noch schneller vermehren.

Paris – Während der Corona-Pandemie haben die Superreichen ihren Anteil am globalen Vermögen in Rekordgeschwindigkeit vergrößert. Die weltweite Ungleichheit hat sich weiter verschärft. Das ist das Ergebnis des jährlichen Berichts zur weltweiten Ungleichheit (Worl Inequality Report), der am Dienstag (07.12.2021) in Paris vorgestellt wurde.

Der von den Milliardären gehaltene Anteil am globalen Vermögen ist laut Bericht von ein Prozent auf drei Prozent gestiegen.„Dieser Anstieg hat sich während der Covid-Pandemie verschärft. De facto markiert das Jahr 2020 den steilsten Anstieg des Anteils der Milliardäre am aktenkundigen Vermögen“, heißt es in der Untersuchung zur globalen Ungleichheit.

Globale Ungleichheit nimmt während der Corona-Pandemie zu

„Nach mehr als 18 Monaten mit Covid-19 ist die Welt noch polarisierter“, sagte der Ko-Direktor des World Inequality Lab in Paris, Lucas Chancel. Während das Vermögen der Milliardäre um mehr als 3,6 Billionen Euro gewachsen sei, seien weitere hundert Millionen Menschen weltweit in die extreme Armut abgerutscht.

Die zehn reichsten Menschen der Welt werden vom Magazin „Forbes“ aufgelistet und verfügen jeweils über mehr als 100 Milliarden Dollar. An der Spitze steht Tesla-Chef Elon Musk mit 265 Milliarden Dollar.

Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern seien zwar – auch bedingt durch den Aufstieg Chinas – in den vergangenen 20 Jahren zurückgegangen. Gleichzeitig habe sich jedoch der Abstand zwischen den reichsten 10 Prozent und den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung verdoppelt, heißt es im Bericht. Die Autor:innen führen die Entwicklung darauf zurück, dass der private Sektor immer mehr Vermögen erzielten, die Regierung jedoch immer weniger.

Ungleichheit: Reichste 10 Prozent besitzen 76 Prozent des globalen Vermögens

Die 10 reichsten Prozent der Menschen erzielten laut Bericht zur weltweiten Ungleichheit etwa 52 Prozent des globalen Einkommens. Die ärmere Hälfte verdiene davon jedoch nur 8 Prozent. Im Mittleren Osten und in Nordafrika sei diese Ungleichheit am stärksten ausgeprägt. Ähnlich sieht es in Südamerika, Südostasien und im südlichen Afrika aus. Am ausgeglichensten ist die Vermögensverteilung in Europa. Die 40 Prozent der Mittelschicht verzeichneten dort das meiste Einkommen.

Beim Besitz zeigt sich die Ungleichheit in der Vermögensverteilung noch deutlicher: Die 10 reichsten Prozent besitzen fast 76 Prozent des globalen Vermögens, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur etwa 2 Prozent besitzt. Die Superreichen, das sind 0,01 Prozent der Weltbevölkerung mit einem Vermögen von jeweils über 15 Millionen Euro, besitzen laut Bericht zur weltweiten Ungleichheit alleine etwa 11 Prozent des globalen Wohlstands. 1995 seien es lediglich 7 Prozent gewesen.

Weltweite Ungleichheit: Auch in der Corona-Pandemie bestätigt sich ein mehrjähriger Trend

Auch zwischen den Geschlechtern stellt der Bericht Unterschiede im Verdienst fest. Das Gender-Pay-Gap bleibe in allen Teilen der Welt bestehen und könne nur langsam geschlossen werden, so die Studie. Frauen erzielten derzeit weniger als 35 Prozent des globalen Einkommens. Der Anteil sei in den letzten 31 Jahren lediglich um vier Prozent angestiegen.

Der Bericht zur weltweiten Ungleichheit bestätigt eine langjährige Entwicklung. Die Einkommens- und Vermögensungleichheiten nehmen seit den 1980er Jahren fast überall auf der Welt zu. Der Anstieg sei jedoch je nach Land unterschiedlich: In Ländern wie die USA, wo Superreiche wie Elon Musk und Jeff Bezos kaum Steuern zahlen, Russland und Indien seien spektakuläre Anstiege verzeichnet worden. In europäischen Ländern sowie China habe sich ein relativ geringerer Anstieg der sozioökonomischen Unterschiede gezeigt.

Armut und Reichtum: Ungleichheit ist eine politische Entscheidung

Ungleichheit ist laut den Autor:innen des Berichts jedoch nicht unvermeidbar, sondern eine politische Entscheidung. Nach Ansicht der Forscher:innen könne nur eine „bescheidene und progressive“ Besteuerung ab einer Million Dollar die größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich umkehren. Außerdem fordern sie ein internationales Finanzregister, um Steuerflucht zu erschweren. Die Autor:innen schlagen außerdem eine „exit tax“ für Steuerpflichtige vor, die wegen geänderter Steuerregeln in ihrem Heimatland in einen anderen Staat auswandern wollen.

Auch der World Wealth Report (WWR) 2021 von der Unternehmensberatung Capgemini stellte fest, dass die Zahl der Superreichen im Jahr 2020 genommen hat und die Superreichen ihr Vermögen in der Corona-Pandemie sogar noch steigern konnten. (Max Schäfer/AFP/KNA)

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