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Ratiopharm überrascht mit hohem Gewinn.

Auf Brautschau

Unerwartet hoher Gewinn für Ratiopharm

Die positiven Zahlen sind genau das, was das kurz vor dem Verkauf stehende Unternehmen jetzt braucht: Der Ulmer Generikakonzern Ratiopharm rechnet jetzt fürs Geschäftsjahr 2009 mit einem hohen operativen Gewinn. Von Jutta Maier

Von Jutta Maier

Die positiven Zahlen sind genau das, was das kurz vor dem Verkauf stehende Unternehmen jetzt braucht: Der Ulmer Generikakonzern Ratiopharm rechnet jetzt fürs Geschäftsjahr 2009 mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von 300 Millionen Euro - 20 Prozent mehr als ursprünglich geplant. Das Ergebnis liegt damit in etwa auf Vorjahresniveau, ähnlich wie der erwartete Umsatz von 1,6 Milliarden Euro.

Als Wachstumstreiber für Umsatz und Gewinn habe sich vor allem das Auslandsgeschäft erwiesen, mit dem Ratiopharm inzwischen mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, teilt Geschäftsführer Oliver Windholz mit. Zudem konnte sich Ra-tiopharm im Ausschreibungsverfahren der AOK gegen andere Wettbewerber durchsetzen und war mit dem Zuschlag für 35 Wirkstoffe in 170 Regionen der erfolgreichste Bieter. Windholz wertet diesen Erfolg als gute Basis, um die Marktstellung in Deutschland 2010 deutlich auszubauen.

Die Familie des verstorbenenen Industriellen Adolf Merckle muss sich von Ratiopharm trennen, um die Schuldenlast ihres Imperiums abzubauen. Von der Höhe des Erlöses hängt ab, ob die Familie auch den Pharma-Großhändler Phoenix verkaufen muss.

Ratiopharm soll im ersten Quartal 2009 veräußert werden. In einer zweiten Bieterrunde Anfang Dezember sollen einzelne Gebote über 2,3 Milliarden Euro eingegangen sein, darunter von mehreren Finanzinvestoren sowie von Pharmakonzernen wie Teva, Sanofi-Aventis, Mylan und Pfizer. Kreisen zufolge spricht alles für einen Verkauf an ein Pharma-Unternehmen, da fast alle Beteiligungsgesellschaften inzwischen ausgeschieden seien. (mit rtr)

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