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Bürotürme der Deutschen Bank in Frankfurt: Viele Beschäftigte des Unternehmens arbeiten allerdings noch im Homeoffice.
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Bürotürme der Deutschen Bank in Frankfurt: Viele Beschäftigte des Unternehmens arbeiten allerdings noch im Homeoffice.

Deutsche Bank

Unerwartet gut

  • Nina Luttmer
    VonNina Luttmer
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Das größte deutsche Geldhaus überrascht die Märkte mit ihrem Quartalsergebnis. Die Bank befindet sich seit Jahren im Umbau, was nun offenbar langsam Früchte trägt.

Insolvente Unternehmen, zahlungsunfähige Privatleute - und das in großer Zahl. Das ist es, was viele Menschen in den vergangenen Monaten als Folge der Corona-Pandemie befürchteten. Und ganz gebannt ist diese Gefahr ja auch noch nicht. Als Folge warnten Fachleute auch davor, dass die Banken in die Bredouille geraten könnten, wenn ihre Kundschaft massenweise ausfällt.

Zumindest für die Deutsche Bank lässt sich nun wohl schon sagen: Das ist nicht der Fall. Das Institut legte im zweiten Quartal nur noch 75 Millionen Euro für ausgefallene oder ausfallgefährdete Kredite zurück, nach 761 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Dadurch konnte Deutschlands größtes Geldhaus am Mittwoch ein erstaunlich gutes Quartalsergebnis vorlegen. Unter dem Strich standen 692 Millionen Euro - nach einem Verlust von 77 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das war deutlich mehr als Analyst:innen zuvor erwartet hatten.

James von Moltke, Finanzvorstand der Deutschen Bank, schien selbst überrascht über die positive Entwicklung der Konjunktur und damit auch der Risikovorsorge seines Instituts. Vor Journalist:innen sprach er am Mittwoch von einer „bemerkenswerten Erfahrung“. „Die Rezession war steil und kurz und auf einige Sektoren begrenzt“, sagte er.

Die staatlichen Hilfen hätten den Unternehmen und Privatleuten geholfen. Zudem seien in der Krise die Kapitalmärkte aktiv geblieben - Investoren waren auf der Suche nach guten Kapitalanlagen, so dass Unternehmen auch dieser Finanzierungsweg offenstand. Für das Gesamtjahr korrigierte die Bank die Prognose für die Risikovorsorge deutlich nach unten.

Im ersten Halbjahr verdiente Deutschlands größtes Geldhaus unter dem Strich damit 1,6 Milliarden Euro. Und auch wenn von Moltke keine Prognose für das Gesamtjahr abgeben wollte: Geht es so weiter, könnte dieses Jahr der höchste Gewinn für das Institut nach dem Jahr 2011 drin sein. Damals verdiente die Bank noch 4,1 Milliarden Euro, danach ging es bergab. Von 2015 bis 2019 standen Verluste zu Buche, erst 2020 wieder ein Mini-Gewinn von 113 Millionen Euro.

Die Bank befindet sich seit Jahren im Umbau, was nun offenbar langsam Früchte trägt. Neben der niedrigen Risikovorsorge trieb auch die gesunkene Kostenbasis das Ergebnis. Die Reduzierung der Kosten ist eines der Hauptziele der Bank. Dafür hatte sie im Juli 2019 auch angekündigt, bis 2022 insgesamt 18 000 Vollzeitstellen auf dann 74 000 abzubauen. Momentan sind es allerdings immer noch knapp 83 800 Beschäftigte. Es scheint, dass die Bank nicht mehr eisern an der Endzahl festhält, was auch von Moltke am Mittwoch andeutete.

Erträge stagnieren

Wermutstropfen sind die Erträge der Bank: Die sind im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar leicht um ein Prozent gesunken. Was vor allem daran lag, dass die Lage an den Kapitalmärkten sich beruhigt und normalisiert hat und die Gewinnmaschine Investmentbanking dadurch elf Prozent weniger Ertrag abwarf.

Konzernchef Christian Sewing bewertete die insgesamt stabile Lage der Erträge aber positiv: „Das bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass sich ein großer Teil des Ertragswachstums der vergangenen zwei Jahre als nachhaltig erweist“, sagte er.

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