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Öfter mal einen vegetarischen Burger.
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Öfter mal einen vegetarischen Burger.

Zu viel Stickstoff im Boden

Der Umwelt zuliebe: Weniger Steak, mehr Grün

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Das Umweltbundesamt stellt den Umweltmonitor 2020 vor. Es empfiehlt die Halbierung des Fleischkonsums.

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, dringt auf eine Halbierung des Fleischkonsums in Deutschland. „Wir müssen die Massentierhaltung reduzieren, damit die zu hohen Stickstoffeinträge sinken und Böden, Wasser, Biodiversität und menschliche Gesundheit weniger belastet werden“, sagte er unlängst im Interview.

Schon jetzt werde in Deutschland zwar etwas weniger Fleisch gegessen. Tatsächlich war der Konsum 2020 mit 57,3 Kilogramm pro Person so niedrig wie noch nie seit Berechnung des Verzehrs anno 1989. Aber wenn man wirkungsvoll etwas ändern und die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation befolgen wolle, so der UBA-Chef, dann sei die Halbierung des Fleischkonsums und damit das Zurückdrängen der Massentierhaltung das richtige Ziel.

Klima: Geringerer Fleischkonsum ist wichtiger Ansatzpunkt

Den Hintergrund für diesen Appell liefert der „Umweltmonitor 2020“ des UBA, der zehn zentrale Themenfelder von Klima, Wasser, Luft bis hin zu Flächenverbrauch und Lärm abbildet. Er kam jetzt heraus. Im Themenfeld Wasser zeigt der Umweltmonitor in allen drei dafür ausgewerteten Indikatoren „rot“ an. So sind nur sieben Prozent der Flüsse in einem guten ökologischen Zustand, und an knapp 16 Prozent der Messstellen wird der Grenzwert zur Nitratbelastung des Grundwassers überschritten. Als Grund benennt das UBA vor allem die immer noch zu hohe Nährstoffbelastung der Gewässer - und die wird vor allem durch die Landwirtschaft verursacht.

Das UBA empfiehlt, statt pauschaler Flächenprämien über die Agrarförderung der EU ökologische Leistungen, wie Gewässerrandstreifen und ökologische Bewirtschaftung, zu honorieren. „Auch die Ausweitung des Ökolandbaus hätte positive Wirkungen auf die Gewässerqualität“, so das Amt. Derzeit werde das Ziel eines 20-Prozent-Anteils an der gesamten Landwirtschaft noch weit verfehlt. Und: Wichtiger Ansatzpunkt für weniger Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft sei eben auch ein geringerer Fleischkonsum.

 Klima: Indikatoren „heiße Tage“ und „globale Lufttemperatur“ stehen auf Rot

Ansonsten zeichnet der Monitor ein gemischtes Bild des Umweltzustands. Bei der Luftqualität und dem CO2-Ausstoß zum Beispiel hat es Verbesserungen gegeben. Die Luftqualität hat sich laut UBA in den letzten Jahren sogar stetig verbessert, so gab es 2020 zum zweiten Mal keine Überschreitung des Feinstaub-Grenzwertes. Allerdings sieht das Amt die derzeitigen Grenzwerte als nicht ausreichend für den Schutz der Gesundheit an, es empfiehlt eine Überarbeitung.

Im Themenfeld Klima wiederum stehen die Indikatoren „heiße Tage“ und „globale Lufttemperatur“ auf Rot. Doch auch der positive Trend beim CO2- Ausstoß ist mit Vorsicht zu genießen. Dieser sei zum Teil durch den Corona-Effekt ausgelöst. „Vor allem im Verkehrsbereich ist wieder mit steigenden Emissionen zu rechnen, wenn nach der Pandemie die Mobilität wieder auf das Vorkrisenniveau ansteigt“, so das UBA.

 Wiederaufbau nach Corona mit dem Kampf gegen Klimawandel verbinden

Auch das Themenfeld Fläche und Land-Ökosysteme zeigt keine „grünen“ Bewertungen. Die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche sinkt zwar, und das Ziel, den „Flächenverbrauch“ bis 2030 auf 20 Hektar pro Tag zu senken, würde bei Fortsetzung des Trends der letzten Jahre erreicht; 2015 bis 2018 waren es noch 56 Hektar. Doch habe sich der Indikator zur Landschaftsqualität und Artenvielfalt in den letzten zehn Jahren sogar verschlechtert. laut UBA sind die Land-Ökosysteme gefährdet. So seien 68 Prozent der Fläche empfindlicher Ökosysteme durch zu hohe Stickstoff-Einträge bedroht.

Amtschef Messner betonte, man dürfe sich nicht auf kurzfristigen positiven Effekten wie beim CO2- Rückgang infolge von Corona ausruhen. Allerdings biete die aktuelle Krise „die Chance, ökologisch verträgliche Entwicklungen anzustoßen“. Der Wiederaufbau nach Corona müsse mit dem Kampf gegen den Klimawandel und die anderen Umweltkrisen verbunden werden. (Joachim Wille)

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