Gefällt dem Beschenkten das Geschenk einfach nur nicht, steht ihm kein Umtauschrecht zu. Viele Händler aber reagieren kulant.
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Gefällt dem Beschenkten das Geschenk einfach nur nicht, steht ihm kein Umtauschrecht zu. Viele Händler aber reagieren kulant.

Geschenke

Umtausch oft nur aus Kulanz

Wann kann man Geschenke umtauschen? Hier müssen Kunden meistens auf die Kulanz der Händler hoffen. Doch oftmals haben die Verbraucher auch ein Umtauschrecht. Die FR erklärt, was beim Umtausch nach Weihnachten beachtet werden muss.

Von Nick Gietinger

Das Festmahl ist gegessen, die Kerzen abgebrannt und die Geschenke verteilt. Doch was, wenn der Pullover von Oma zu klein ist, das Musikalbum sich schon längst im Besitz des Onkels befindet oder die Playstation einfach nicht funktioniert. Nach Weihnachten beginnt, wie jedes Jahr, das große Umtauschen auf den Einkaufsmeilen. Hier müssen Kunden meistens auf die Kulanz der Händler hoffen. Doch oftmals haben die Verbraucher auch ein Umtauschrecht. Oder sie können sogar das Geld zurückbekommen. Die FR erklärt, was beim Umtausch nach Weihnachten beachtet werden muss.

War das Produkt beim Kauf schon mangelhaft, gilt laut dem Handelsverband HDE ein zweijähriges Gewährleistungsrecht. Dieses Recht steht, im Gegensatz zur Garantie, im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Eine Garantie wird freiwillig vom Hersteller zugesichert und mit dem Hersteller abgewickelt. Bedingung für den Umtausch ist ein Beleg, dass der Kunde das Produkt beim jeweiligen Händler gekauft hat. Am besten wäre der Kassenzettel, akzeptiert wird aber auch ein Kontoauszug oder ein Preisetikett. Nach sechs Monaten muss der Kunde aber nachweisen, dass der Schaden schon vor dem Kauf entstanden ist.

Wenn das Produkt jedoch einfach nicht gefällt, hat der Kunde keinerlei Rechtsanspruch. Er ist hier auf die Kulanz der Händler angewiesen. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach bekommen aber 75 Prozent der Kunden einen Gutschein oder Geld zurück. In Kaufhäuser liegt die Umtauschquote sogar bei 86 Prozent. Es hängt letztendlich von der Kulanz des Händlers ab, ob der Kunde Bargeld, einen Gutschein oder ein einwandfreies Produkt als Ersatz bekommt. Aufpassen sollte der Kunde bei versiegelten CDs. Mit geöffneter Einschweißfolie hat er kein Umtauschrecht mehr.

Lange Schlangen vermeiden

Wer seine Geschenke im Internet bestellt, hat durch das Fernabsatzrecht Anspruch auf eine zweiwöchige Widerrufsfrist ohne Angaben von Gründen. Einige Anbieter bieten sogar ein Rückgaberecht von 30 Tagen an. Amazon hat für dieses Jahr eine besondere Rückgabefrist eingeführt: Produkte, die zwischen 1. November und 31. Dezember 2015 auf der Website gekauft werden, dürfen bis zum 31. Januar 2016 zurückgegeben werden, wenn sie die Rückgabebedingungen von Amazon erfüllen.

Wer lange Schlangen vermeiden will, sollte sich etwas gedulden: „Die umtauschintensivste Zeit ist sicherlich zwischen den Jahren und bis Dreikönig am 6. Januar. Dann haben die meisten Menschen Urlaub und Zeit, um ihren Umtausch vorzunehmen“ sagt HDE-Sprecher Stefan Hertel. Wer sich an diese Regeln hält, sollte keine Probleme bekommen, wenn ihm sein Weihnachtsgeschenk nicht gefällt.

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