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Gesundheitsversorgung

Umstrittene Fallpauschale

  • Hartmut Reiners
    VonHartmut Reiners
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Plädoyer für eine Reform der Klinik-Vergütung

Die Linke hat im Bundestag den Antrag gestellt, die Fallpauschalen (DRG – Diagnosis Related Groups) für Krankenhausleistungen durch tagesgleiche Pflegesätze auf Basis der Selbstkosten eines wirtschaftlichen Krankenhauses zu ersetzen. Diese Forderung, die auch viele Gewerkschafter vertreten, ist eher nostalgisch als sachgerecht.

Die bis Anfang der 2000er Jahre geltenden nach Behandlungstagen berechneten Pflegesätze hatten zu medizinisch nicht erforderlichen Verweildauern geführt und boten den Krankenhäusern zu wenig Anreize für ein effektives Kostenmanagement. Deshalb führte die rot-grüne Koalition das DRG-System ein. Ein von den Krankenhausträgern und den Krankenversicherungen geführtes Institut (InEK) ermittelt die durchschnittlichen Kosten für circa 1100 Behandlungsfälle. Die DRGs sind so nicht nur Preise, sondern auch Anhaltspunkte für die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern.

Ist also alles in Ordnung mit den DRGs? Keineswegs. Sie müssen die Pflegeleistungen besser berücksichtigen, sowohl bei den Zeitvorgaben als auch bei der Vergütung. Zudem haben sie problematische Auswirkungen auf die Versorgungsstruktur. Die DRGs fördern als Durchschnittskosten die Spezialisierung von Krankenhäusern und belohnen hohe Fallzahlen. Nur so können Fälle mit einer Unterdeckung der Kosten durch Fälle mit einer Überdeckung kompensiert werden.

Kleine Krankenhäuser haben diese Möglichkeiten nicht und schreiben oft rote Zahlen. Das ist vor allem in dünn besiedelten Regionen ein Problem. Dort haben Kliniken meist nur eine Chance, wenn sie zu regionalen Gesundheitszentren mit Haus- und Facharztpraxen, stationärer Erstversorgung und einer Sozialstation umgebaut werden. Anders lassen sich die immer größer werdenden Versorgungsprobleme auf dem Land nicht bewältigen.

Nicht die DRGs sind das Problem, sondern die strikte Trennung in ambulante und stationäre Behandlung mit einem intransparenten Vergütungssystem für ambulante Leistungen von Krankenhäusern. Hier sind vor allem die Länder gefordert. Sie müssen ihrer verfassungsmäßigen Verantwortung gerecht werden und mehr in die flächendeckende Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung investieren.

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