Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Werner Balsen
+
Werner Balsen

Kommentar zur Rohstoffstudie

Umdenken!

Die von der grünen Fraktion im EU-Parlament in Auftrag gegebene Studie, die den Voraussetzungen für eine effiziente Wiederverwertung von Seltenen Erden nachgeht, verdient deshalb höchste Aufmerksamkeit.

Von Werner Balsen

Ach, wie war es ehedem in Europa doch so schön: Die Rohstoffe, die auf dem Alten Kontinent gebraucht wurden, kamen aus den eroberten Kolonien. Als die „Mutterländer“ die Staaten auf der Südhalbkugel in eine formale politische Unabhängigkeit entlassen mussten, blieb deren ökonomische Abhängigkeit bestehen. So kamen sie kaum umhin, weiterhin Kupfer, Zink und andere wichtige Stoffe preiswert in die Industrienationen zu liefern. Und wenn sie sich dagegen auflehnten, schickten die Staaten des Nordens Fallschirmjäger oder finanzierten diskret den Sturz der Regierungen, die Schwierigkeiten machten.

Diese „goldenen Zeiten“ für Europa und die USA sind vorbei. Heute mischen selbstbewusste Schwellenländer – von China über Indien bis Brasilien – auf den Rohstoffmärkten mit. Entweder wollen sie die wichtigen Mineralien für ihre wachsenden Industrien selber kaufen und treiben durch ihre hohe Nachfrage deren Preise in die Höhe. Oder sie verfügen selbst über die begehrte Ware und denken nicht daran, sich vorschreiben zu lassen, zu welchen Bedingungen sie die an die in aller Regel rohstoffarmen Industrienationen verkaufen. Mit vollem Recht übrigens, denn die Industrienationen lassen sich auch nicht diktieren, wie teuer ihre Maschinen, Lokomotiven und Lastwagen sein dürfen, die sie auf die Südhalbkugel liefern.

So ändern sich die Zeiten. Das haben noch nicht alle verstanden. Es gibt im Europäischen Parlament liberale und konservative deutsche Abgeordnete, die nach wie vor „von einer härteren Gangart“ gegenüber den Rohstofflieferanten träumen und „dem chinesischen Drachen klare Grenzen zeigen“ wollen. Wie ehedem.

Gott-sei-Dank gibt es auch besonnenere Parlamentarier. Sie erkennen, dass die EU das Recycling Seltener Erden zu wenig nutzt und so eine große Chance ignoriert, sich von Importen unabhängiger zu machen. Die von der grünen Fraktion im EU-Parlament in Auftrag gegebene Studie, die den Voraussetzungen für eine effiziente Wiederverwertung nachgeht, verdient deshalb höchste Aufmerksamkeit. Viel höhere als die Kanonenboot-Träumereien von anderen in Brüssel und Straßburg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare