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Das Konzeptauto von Volkswagen.
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Das Konzeptauto von Volkswagen.

Autobranche

Umbruch in der Autoindustrie

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Der Abgasskandal forciert die Erneuerung der Autobranche. Es gibt jede Menge Konzepte für neue Strom-Pkws.

Das Jahr 2016 hat das Zeug dazu, als Jahr des Umbruchs in die Geschichte der hiesigen Autoindustrie einzugehen. Maßgeblicher Faktor ist dabei das größte Desaster, das die Schlüsselbranche jemals erlebt hat: Dieselgate. Dabei handelt es sich nicht um ein Phänomen, das nur Volkswagen betrifft, bei dem aber Deutschlands größtes Unternehmen im Fokus steht. Noch im Januar versuchte VW-Vorstands-Chef Matthias Müller in einem Radio-Interview die systematische Manipulation von Abgaswerten als „technisches Problem“ abzutun. Dass es um ein ganz anderes Kaliber geht, zeigt sich daran, dass der Abgasskandal dem Unternehmen allein in den USA und in Kanada mindestens 18 Milliarden Euro kosten wird.

Und: Auf beiden Seiten des Atlantiks laufen nach wie vor strafrechtliche Ermittlungen. Zahlreiche Schadenersatzklagen sind überdies anhängig. Frank Schwope, Analyst bei der NordLB, geht davon aus, dass der Konzern eine Gesamtbelastung von 25 Milliarden bis 35 Milliarden Euro in den nächsten Jahren schultern muss.

Tricksereien mit Diesel-Pkw

VW ist nicht allein. Im Laufe des Jahres ist durch Nachprüfungen von Behörden und Umweltorganisationen deutlich geworden, dass die Diesel-Autos nahezu aller gängigen Marken im Realbetrieb auf der Straße erheblich mehr giftige Stickoxide (NOX) in die Luft blasen als in den Abgastests offiziell angegeben werden. Es wird allenthalben getrickst. Auch beim Kohlendioxidausstoß (CO2). Er liegt nach aktuellen Messungen des internationalen Umweltforscherverbandes ICCT mittlerweile im Realbetrieb im Schnitt 42 Prozent höher als in den Zulassungspapieren angegeben.

Die Bundesregierung hat sich 2016 der Tricksereien der Autobauer indes eher defensiv angenommen. So defensiv, dass die EU-Kommission Anfang Dezember ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einleitete, weil trotz erwiesener Verstöße gegen Gesetze keine Strafen gegen VW verhängt worden seien.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der pflegliche Umgang der Regierung mit den Autokonzernen vor allem mit der Angst vor Arbeitsplatzverlusten zusammenhängt. Dass die Abgas-Tricksereien zugleich ein maßgeblicher Faktor für massiv überhöhte Schadstoff-Konzentrationen in beinahe allen deutschen Ballungsgebieten ist, wird derweil vor Gerichten verhandelt. Die Deutsche Umwelthilfe geht davon aus, dass demnächst Durchfahrverbote für Dieselstinker in mehreren Städten erlassen werden. „Hier hat sich die Politik das Heft des Handels aus der Hand nehmen lassen“, sagt Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer.

Neue Mobilitätskonzepte

Überhöhte NOX- und CO2-Werte: Für den Wissenschaftler sind sie auch ein Signal dafür, dass die Autobauer umdenken müssen. Das lasse sich beispielsweise auch am aktuell deutlichen Rückgang der Diesel-Pkw bei den Neuzulassungen ablesen. Für Dudenhöffer besteht kein Zweifel, dass insbesondere verschärfte Anstrengungen in Richtung Elektromobilität nötig sind, die in Kombination mit neuen Mobilitätskonzepten wie Carsharing und dem autonomen Fahren die gesamte Branche umkrempeln werden.

Im September haben denn auch die hiesigen Konzerne auf dem Pariser Autosalon jede Menge Konzepte für Strom-Pkw präsentiert. Volkswagen stellte sogar einen neuen Baukasten für E-Autos vor, der viele neue Modelle ermöglichen soll. So räumte Konzern-Chef Müller denn auch kürzlich ein: „So bitter die Krise war und ist – sie hat uns wachgerüttelt und den Blick für die Erfordernisse der Zukunft geschärft.“

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