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G7-Gipfel: Frankreich drängt Ölkonzerne zu Preissenkungen 

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Auf dem G7-Gipfel bringt Frankreich erneut einen Vorschlag ein, wie mit dem Rohölpreis Druck auf Russland ausgeübt werden könnte.

Garmisch-Partenkirchen - Auf dem G7-Gipfel in Garmisch-Spartenkirchen an diesem Wochenende sind weitere Sanktionen gegen Russland ein zentrales Thema. Nach dem EU-Embargo über den Seeweg ist der Preis für Rohöl noch einmal gestiegen und laut Statista so hoch wie seit 2012 nicht mehr.

Die OPEC besteht aus derzeit 13 Mitgliedsnationen, darunter Saudi-Arabien als größten Öllieferanten, der rund ein Drittel der Gesamtmenge fördert. Die gesamte Organisation ist demnach für etwas mehr als ein Drittel der globalen Erdölfördermenge verantwortlich.

Die Mitgliedsstaaten stimmen sich untereinander ab, um den Rohölpreis zu bestimmen. Auch Russland gehört zum erweiterten Ölkartell OPEC+. Von den hohen Rohölpreisen profitiert trotz des Teil-Öl-Embargos auch Russland und Putin. Wichtigster Abnehmer von russischem Öl ist China. Hohe Ölpreise bringen den produzierenden Staaten, darunter vor allem Autokratien und Diktaturen, und Ölfirmen hohe Einnahmen ein. Die OPEC hatte aufgrund der hohen Nachfrage nach Rohöl außerdem angekündigt, die Ölförderung weiter auszuweiten.

„Druck auf Russland ausweiten“: Frankreich ruft zur Senkung des Rohölpreises auf

Frankreich hat nun Rohöl produzierende Länder aufgefordert, ihre Preise zu begrenzen, um weiter Druck auf Russland auszuüben. Paris unterstütze grundsätzlich einen US-Vorschlag für einen Höchstpreis, halte es aber für wirksamer, „wenn dieser von den produzierenden Ländern kommt“, teilte das französische Präsidialamt am Sonntag (16. Juni) beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau mit.

Hierzu müsse es Gespräche mit der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) geben. Die USA haben zur Diskussion auf dem G7-Gipfel eine Preisobergrenze für russisches Öl vorgeschlagen, die von den Verbraucherländern vereinbart werden soll. Ziel ist es, Russlands Einnahmen aus dem Öl-Geschäft zu schmälern, die dem Kreml zur Finanzierung des Krieges in der Ukraine dienen.

Öl aus Russland: Frankreich und die USA wollen Rohölpreis beschränken

„Wir diskutieren noch intensiv, wie so etwas genau funktionieren kann“, hatte ein deutscher Regierungsvertreter am Samstagabend zu dem US-Vorschlag gesagt. „Die Fragen, die da gelöst werden müssen, sind keine trivialen Fragen. Wir sind aber auf einem guten Weg, eine Einigung zu finden.“

EU-Ratspräsident Charles Michel, der gleichfalls an dem G7-Gipfel teilnimmt, sagte am Sonntag, die Gespräche dazu liefen, er brauche aber „mehr Details“. Die EU wolle sicherstellen, „dass es Ziel ist, Russland ins Visier zu nehmen, und nicht, unser Leben schwerer und komplexer zu machen“.

Der französische Präsident Emmanuel Macron in Brüssel. (Symbolbild)
Der französische Präsident Emmanuel Macron in Brüssel. (Symbolbild) © Geert Vanden Wijngaert / afp

Nach Berichten des Wall Street Journal könnte Russland das Kartell OPEC+ auch verlassen müssen, da die westlichen Sanktionen Russlands Rohöl-Förderung einschränken.

Auch ein niedriger Rohölpreis stieß in der Vergangenheit auf Kritik, da ärmere Staaten sich die Produktionskosten nicht mehr leisten könnten, und stattdessen vor allem Saudi-Arabien profitiere, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Ein anderer Vorschlag ist, die Ölförderung auf andere Länder auszuweiten. Das stößt allerdings auf Kritik von Umweltschützern, die eine Förderung in Umweltschutzgebieten befürchten, wie es in Ecuador bereits stattfindet. Wie co2online.de berichtet, gibt es für Privatpersonen beim Heizen auch Alternativen zu Gas und Öl wie Wärmepumpen, Holzpellets, Solarthermen oder Fernwärme, deren Kosten und staatlichen Förderungen unterschiedlich sind. (afp,df)

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