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Ukraine-Krieg: „Apokalyptische Auswirkungen“ auf Nahrungsmittelpreise befürchtet

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Von: Marvin Ziegele

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Der Bank-of-England-Chef warnt vor „apokalyptischen“ Lebensmittelpreisen.
Der Bank-of-England-Chef warnt vor „apokalyptischen“ Lebensmittelpreisen. © Imago Images

Wegen des Ukraine-Kriegs explodieren die Lebensmittelpreise vielerorts. So auch in Großbritannien. 

London – Wegen des anhaltenden Ukraine-Konflikts hat der Gouverneur der Bank of England die Abgeordneten der britischen Nationalversammlung vor einem „apokalyptischen“ Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise gewarnt. Andrew Bailey warnte vor einem „sehr großen Einkommensschock“ für die Haushalte und gab zu, sich angesichts der steigenden Inflation „hilflos“ zu fühlen, berichtet das Nachrichtenportal Newsweek.

Großbritannien befinde sich derzeit in einer „schlechten Situation“. Die Lebenshaltungskosten seien durch eine Vielzahl globaler Faktoren in die Höhe getrieben worden, die von den Zinssetzern der Bank nicht vorhergesehen werden konnten, betonte er. Außerdem wies er darauf hin, dass die Weizenpreise in den letzten sechs Wochen um knapp 25 Prozent gestiegen seien.

Lebensmittelpreise: Bank of England warnt vor „Reallohnschock“

Bailey warnte, steigende Energie- und Lebensmittelpreise würden die Inflation noch weiter anheizen und zugleich einen „sehr großen Reallohnschock“ auslösen. Letztlich werde sich die Arbeitslosigkeit wieder erhöhen. Die Inflation war in Großbritannien zuletzt auf 7 Prozent geklettert, die Bank of England rechnet damit, dass die Verbraucherpreise in diesem Jahr um bis zu 10,25 Prozent steigen. Wegen der steigenden Preise vor allem für Lebensmittel und Energie könnten Experten zufolge Millionen Menschen im Land in Armut und Verschuldung abrutschen.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs Ende Februar sind auch in Deutschland vor allem die Preise für Energie deutlich gestiegen: Kraftstoffe verteuerten sich um knapp 36 Prozent im Vorjahresvergleich, Heizöl um knapp 99 Prozent. Erdgas war im April 47,5 Prozent teurer als im April 2021. Insgesamt lagen Energieprodukte rund 35 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Schon im März hatte die Teuerung hier bei 39,5 Prozent gelegen.

Lebensmittelpreise in Deutschland steigen: Nahrung wird teurer

Aber auch die gestiegenen Nahrungsmittelpreise sorgten für einen Inflationsschub. Lebensmittel verteuerten sich im April insgesamt um 8,6 Prozent - Speisefette und Speiseöle um 27 Prozent, Fleisch und Fleischwaren um knapp zwölf Prozent, Molkereiprodukte und Eier sowie frisches Gemüse um rund neun Prozent. (marv)

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