Autoexperte: Ferdinand Dudenhöffer forscht am ICI-Institute for Customer Insight an der Universität St. Gallen.
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Autoexperte: Ferdinand Dudenhöffer forscht am ICI-Institute for Customer Insight an der Universität St. Gallen.

Automobilindustrie

Übergroße Autos bringen Industrie Akzeptanzprobleme

Die steigende Zahl besonders schwerer und großer Autos könnte nach Einschätzung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer zu Akzeptanz-Problemen für die Hersteller führen.

Besonders in den Städten fühlten sich viele Menschen bedroht, und gerade die besonders großen Modelle führten zu Diskussionen mit Radfahrern, Eltern und anderen Bürgern. Laut einer Auswertung der Zulassungszahlen wurden im vergangenen Jahr 227 000 Personenwagen mit einem Leergewicht oberhalb von 2000 Kilogramm zugelassen, wie der Leiter des privaten CAR-Instituts berichtete. Knapp die Hälfte davon seien SUV-“Dickschiffe“ wie der BMW X7, Landrover, Mercedes GLS oder Audi Q8.

Dudenhöffer verwies auf Frankreich, wo eine Extra-Kfz-Steuer für besonders schwere Autos oberhalb von 1800 Kilogramm geplant ist. Ähnliches drohe den Herstellern auch in Deutschland und anderen Staaten, falls sie nicht umsteuerten. Der emeritierte Professor empfahl den Herstellern auch angesichts drohender CO2-Strafzahlungen und Imageschäden den Verzicht. „Wenn in Märkten wie USA oder China die Dickschiffe boomen und glänzende Gewinne einspielen, sollte man nicht leichtfertig diese Fahrzeuge in die engen europäischen Großstädte bringen. Premiumkäufer werden sich schwer tun, sich Marken-Produkte zu kaufen, die mit gesellschaftlichen Akzeptanzproblemen verbunden sind.“ (dpa)

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