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Kweku Adoboli bleibt vorerst in Haft.
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Kweku Adoboli bleibt vorerst in Haft.

Börsenbetrüger

UBS-Händler zockte offenbar schon länger

Kweku Adoboli bescherte der Schweizer Großbank einen Milliardenverlust. Mit seinen krummen Geschäften soll der 31-jährige Händler schon deutlich früher, als bislang angenommen, begonnen haben.

Der in London festgenommene Börsenspekulant muss weiter in Haft bleiben. Ein Gericht in der Londoner City verlängerte am Donnerstag die Haft zunächst bis 20. Oktober. Die Anklage wirft dem Mann aus Ghana vor, mit riskanten und von der Bank nicht autorisierten Geschäften, 2,3 Milliarden US-Dollar (1,67 Mrd Euro) verzockt zu haben. Er soll sich des Betrugs und der Bilanzfälschung schuldig gemacht haben. Den Angaben der Bank zufolge sollen die krummen Geschäfte bereits im Jahr 2008 begonnen haben.

Der Anwalt Adobolis sagte am Donnerstag, seinem Mandanten tue das Geschehene „unaussprechlich leid“. Der Händler selbst habe seinem Arbeitgeber den Milliardenverlust gemeldet. Er sei „bestürzt“ über das Ausmaß seines „katastrophalen Einschätzungsfehlers“. Ob sich Adoboli vor Gericht offiziell als schuldig bekennen wird, ist noch offen. Seine Entscheidung darüber wird am 20. Oktober erwartet.

Die UBS hatte nach Bekanntwerden des Zocker-Skandals einen internen Untersuchungsausschuss unter dem Vorsitz des früheren Morgan Stanley-Finanzchefs David Sidwell eingesetzt. Sidwell soll klären, in wieweit Fehler im Kontrollsystem der Bank Adobolis Geschäfte überhaupt erst ermöglichten.

Grübel übernimmt zögerlich Verantwortung

Der Skandal hat auch Konzernchef Oswald Grübel unter Druck gesetzt. Börsenhändler halten einen Rücktritt für wahrscheinlich, sollte die interne Untersuchung, ergeben, dass Fehler im Risikomanagement der Bank gemacht wurden. „Es gilt nach dem Wochenende als nicht mehr so sicher, dass er bleiben wird“, sagte ein Börsianer. „Wenn es bei der internen Kontrolle eklatante Mängel gegeben hat, dann muss er wohl gehen.“ Nach Ansicht von Helvea-Analyst Peter Thorne dürften die Kontrollmängel zu bedeutenden Änderungen im Management führen. Konkreter wird sein Kollege Dirk Becker von Kepler Equities. Er rechnet damit, dass Investmentbanking-Chef Carsten Kengeter nach dem Skandal geopfert wird.

In einem Interview hatte Grübel bereits eingeräumt, die Verantwortung für die Milliarden-Verluste zu tragen. „Da bleibt niemand anderes übrig als der CEO - als ich“, sagte er am Sonntagabend im Schweizer Fernsehen. Grübel gab sich damit deutlich nachdenklicher, als am Freitagabend gegenüber der Schweizer Zeitung „Sonntag“, wo er einen Rücktritt noch ausgeschlossen hatte. „Wenn sie mich fragen, ob ich mich schuldig fühle, dann sage ich Nein“, hatte der Banker erklärt.

Welche Konsequenzen er aus dem Skandal ziehen will, ließ Grübel allerdings auch im Fernsehen offen. Er übernehme die Verantwortung in der Art und Weise, „dass ich jetzt die Konsequenzen auch daraus tragen muss“, sagte der Banker lediglich. Ob er damit einen Bonusverlust meinte oder womöglich eine umfangreiche Restrukturierung mit Stellenabbau, ließ er offen. Auf die Frage, ob er von sich aus zurücktreten könnte, sagte er: „Ich bin sicher, dass wir den richtigen Entscheid treffen werden." Über seine Zukunft entscheide er nicht allein. Dass das Rennen um die Nachfolge Grübels bereits eröffnet sei, treffe nicht zu, hieß es im Umfeld der Bank. (dpa/afp/rtr)

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