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Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei.
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Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei.

Verschärfte Regeln

Türkei: Erdogan erlässt Dekret gegen Kryptowährungen - Vorwurf der Geldwäsche und Terrorfinanzierung

  • Alexander Seipp
    vonAlexander Seipp
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Nach Ermittlungen gegen Betreiber:innen von Börsen für Kryptowährungen verschärft die Türkei ihre Regelungen. Ein Grund des harten Vorgehens ist die schwächelnde Lira.

Ankara – Die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan geht stärker gegen Kryptowährungen vor. Dies berichtet die Hurriyet Daily News. Plattformen, die mit den digitalen Währungen, wie etwa dem Bitcoin, handeln unterliegen nun Beschränkungen, die gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung vorgehen sollen. Mehr als 40 Seiten handeln in der Türkei mit Kryptowährungen. Dementsprechend groß ist der Druck, diese nun zu regulieren.

Festgelegt wurde dies in einem Dekret von Präsident Erdoğan vom 1. Mai. Bereits einen Tag zuvor hatte die Türkei die Nutzung von Kryptowährungen für Zahlungen verboten. Laut den neuen Regelungen müssen die Betreiber:innen von Kryptowährungsbörsen nun dafür aufkommen, wenn ihre Währungen für illegale Zwecke benutzt werden. Mitinbegriffen sind dabei Geldwäsche und Terrorfinanzierung.

Thodex: Betreiber aus der Türkei soll Millionen US-Dollar an Kryptowährungen veruntreut haben

Die neue Regelung hatte sich zuvor abgezeichnet. Im April hatten die türkischen Behörden zwei Tauschbörsen für Kryptowährungen, Thodex und Vebitcoin, untersucht. Am 30. April wurden sechs verdächtige Personen festgenommen, die an Thodex beteiligt gewesen sein sollen. Zuvor hatten die Untersuchungen zu der Website bereits zu 70 Festnahmen geführt, nachdem sich Kund:innen darüber beschwert hatten, dass sie nicht mehr auf ihr Vermögen zugreifen konnten.

Mittlerweile hat Interpol eine internationale Fahndung nach dem Drahtzieher der Seite, CEO Faruk Fatih Özer, ausgeschrieben. Wie die Hurriyet Daily News berichtet, soll sich Özer in Albanien aufhalten. Dorthin soll er geflohen sein, nachdem die Website am 19. April plötzlich offline ging und das Vermögen von 400.000 Kund:innen plötzlich nicht mehr zugängig war. Expert:innen berechneten die Summe im Auftrag des türkischen Innenministeriums auf etwa 108 Millionen US-Dollar, etwa 90 Millionen Euro.

Türkei: Grund für Schlag gegen Kryptowährungen hängt mit schwacher Lira zusammen

Vebitcoin Gründer İlker Baş, seine Frau und zwei seiner Angestellten wurden ebenfalls festgenommen. Die Website war am 23. April eingestellt worden. Baş wird vorgeworfen Kryptowährungen im Wert von 24 Millionen US-Dollar auf Konten im Ausland verschoben zu haben.

Alles zu Präsident Erdoğan

Alle Neuigkeiten um den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan finden sie auf unserer Themenseite Erdogan News.

Einer der Gründe für den Fokus der Ermittler:innen und der türkischen Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf die Kryptowährungen ist die enorme Inflation der türkischen Lira, wie die Hurriyet Daily News berichtet. Allein im März verlor die Lira 16 Prozent ihres Wertes. Innerhalb eines Jahres sind die Investitionen in Kryptowährungen mit Lira quasi explodiert: von etwa 7 Billionen Lira im Jahr 2020 auf 218 Billionen im Jahr 2021. Dies ist mehr als das 31-Fache des Vorjahresniveaus. Dementsprechend groß ist der Druck auf die türkischen Behörden, diese Branche zu regulieren. Andere Länder, wie die USA hatten bereits in der Vergangenheit angekündigt, den Handel von Kryptowährungen zu erschweren. (als)

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