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Reich trotz Krise

Trotz Corona: Club der Superreichen wächst immer weiter

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Die Coronavirus-Pandemie kann den Wohlhabenden weltweit wenig anhaben. Zumindest, wenn es um ihr Vermögen geht.

Frankfurt am Main - Krise? Welche Krise? Zumindest wenn es ums Geld geht, kann das Coronavirus einer bestimmten Bevölkerungsgruppe wenig anhaben. Einer aktuellen Studie zufolge haben Menschen weltweit im Corona-Krisenjahr 2020 in der Summe so viel Reichtum angehäuft wie nie. Wie aus einer am Donnerstag (10.06.2021) veröffentlichten Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht, stieg das private Finanzvermögen gegenüber dem Vorjahr um gut acht Prozent auf den Rekordwert von 250 Billionen Dollar (rund 205 Billionen Euro). Grund dafür waren vor allem steigende Börsenkurse und wachsende Ersparnisse.

In der Analyse wurden erstmals von der BCG auch Sachwerte wie Grundbesitz oder Gold berücksichtigt. Das Gesamtvermögen abzüglich Schulden belief sich demnach auf 431 Billionen Dollar. Allerdings ist das Vermögen ungleich verteilt. Vor allem der Club der Reichen und Superreichen wuchs kräftig.

An der Spitze im Ranking der Superreichen steht die USA.

Superreiche in Deutschland: Vermögen steigt auf rund neun Billionen Dollar

In Deutschland stieg das private Finanzvermögen unter anderem aus Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Pensionen und Lebensversicherungen den Angaben zufolge um rund sechs Prozent auf rund neun Billionen Dollar. Das Sachvermögen erhöhte sich um fünf Prozent auf 13 Billionen Dollar. Abzüglich der Schulden besaßen die privaten Haushalte in Deutschland insgesamt knapp 20 Billionen Dollar.

Die Deutschen würden lieber in Immobilien als in Wertpapiere investieren, so Anna Zakrzewski, BCG-Partnerin und Autorin der Studie. „Gleichzeitig sparen Anlegende in Deutschland überdurchschnittlich stark.“ Viele würden in der Krise auf größere Ausgaben verzcihten, hinzu käme, dass die zeitweisen Schließungen im Einzelhandel und Reisebeschränkungen den Konsum gebremst hätten.

Superreiche in Deutschland: 542.000 Dollar-Millionäre

Die Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland erhöhte sich den Angaben zufolge um 35.000 auf jetzt 542.000. Das Beratungsunternehmen führte den Anstieg auch auf die Entwicklung des Eurokurses zurück, der im Vergleich zum Dollar zugelegte. Das machte sich bei der Umrechnung in die US-Währung bemerkbar. Weltweit besaßen den Angaben zufolge 26,6 Millionen Menschen ein Finanzvermögen von einer Million Dollar und mehr, das waren 1,8 Millionen mehr als im Vorkrisenjahr.

Der Club der Superreichen mit einem Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen Dollar wuchs im Krisenjahr trotz Corona weltweit um 6.000 auf rund 60.000 Mitglieder. Diese besitzen den Angaben zufolge 15 Prozent des weltweit investierbaren Vermögens. In Deutschland leben demnach 2900 Superreiche, Platz drei im globalen Ranking. An der Spitze stehen die USA, gefolgt von der Volksrepublik China.

USA an der Spitze des Rankings bei den Superreichen

Die USA führten auch insgesamt das weltweite Vermögens-Ranking an mit 136 Billionen Dollar, gefolgt von Asien ohne Japan (111,9 Billionen) und West-Europa (103 Billionen). Für die kommenden Jahre rechnet BCG angesichts der erwarteten Konjunkturerholung nach der Corona-Krise mit einem stetigen Wachstum des weltweiten Privatvermögens. Bis ins Jahr 2025 dürfte es um jährlich durchschnittlich knapp fünf Prozent auf dann 544 Billionen Dollar zulegen. Reicher werden der Prognose zufolge in der Summe vor allem Menschen in Nordamerika, Asien ohne Japan und Westeuropa.

In den USA ist unterdessen die Debatte über die Besteuerung von Milliardenvermögen in vollem Gang. US-Präsident Joe Biden kündigte bereits an, Reiche stärker zur Kasse zu bitten, unter anderem um Investitionen in Soziales und Infrastruktur zu finanzieren. So soll der Spitzensteuersatz von 37 auf 39,6 Prozent steigen. Damit würden einige Entlastungen aus der Steuerreform seines Vorgängers Donald Trump rückgängig gemacht. Zugleich gibt es aber auch Rufe nach einer Vermögensteuer. In Bidens Demokratischer Partei argumentiert etwa die einflussreiche Senatorin Elizabeth Warren, dass eine Erhöhung der Einkommensteuer die Milliardenvermögen der Superreichen kaum tangieren werde. (skr mit Agenturen)
 

Rubriklistenbild: © Arno Burgi/dpa

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