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Fortschritt zu Weihnachten: Die Windenergie hat den Feiertagsbedarf an Strom gedeckt.
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Fortschritt zu Weihnachten: Die Windenergie hat den Feiertagsbedarf an Strom gedeckt.

Strom

Triumph für die Energiewende

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Das Gros des hiesigen Strombedarfs wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag mit Windenergie gedeckt. Die Lage der deutschen Energieproduktion ist dennoch nicht optimal.

Eine schöne Bescherung: Über Weihnachten war der in Deutschland erzeugte Strom weitgehend kostenlos. Genauer formuliert: Für die an der Börse gehandelte elektrische Energie mussten sogar so genannte negative Preise gezahlt werden. Nach vorläufigen Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende wurde  der Tiefpunkt am zweiten Weihnachtsfeiertag morgens um sieben Uhr erreicht. Eine bemerkenswerte Situation: Stromerzeuger zahlten pro Megawattstunde rund 67 Euro dafür, dass jemand ihnen den Strom abnahm. Davon profitieren vor allem Industrieanlagen, die über die Feiertage und auch zwischen den Jahren betrieben werden. Dennoch war morgens am zweiten Weihnachtsfeiertag der Verbrauch in Deutschland mit gut 41 Gigawatt sehr niedrig. Zugleich kletterte die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen mit knapp 35 Gigawatt in neue Höhen. Die konventionellen Kraftwerke lieferten lediglich 14 Gigawatt. Dennoch gab es eine Überproduktion von acht Gigawatt. Der überschüssige Strom wurde vor allem nach Österreich exportiert – mit einer Leistung von einem Gigawatt kann man zwei Millionen Haushalte versorgen.

Spielen die Akteure am Strommarkt jetzt verrückt? Keineswegs. Die Situation über Weihnachten kann man als einen Triumph für die Energiewende werten. Fast 85 Prozent des hiesigen Strombedarfs wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag vor allem mit Windenergie gedeckt. Die hiesigen Netze konnten das durch stürmisches Wetter bedingte Riesenangebot an Windstrom problemlos verkraften: mit großer Wahrscheinlichkeit wird in diesen Tagen der alte Rekord von 33,8 Gigawatt vielfach übertroffen.

Hinzu kommt, dass der Verbrauch extrem niedrig war. Büros und Fabriken sind seit Heilig Abend geschlossen. Das relativ warme Wetter mit Temperaturen teilweise über zehn Grad drückte den Verbrauch überdies. Die Konsequenz war, dass schon 24. Dezember die Strompreise ins Negative rutschten und dort über längere Zeiträume bis inklusive Mittwoch verharrten. Mögliche Minuspreise sind  als Instrument der Disziplinierung der konventionellen Erzeuger wichtig. Denn so wird ein finanzieller Anreiz geschaffen, die Überproduktion zu begrenzen. Öko-Strom hat bei der Einspeisung Vorrang und auch die Abnahmepreise sind festgelegt.

Die Energie aus Kohle-, Gas und Atomkraftwerken kommt ergänzend hinzu. Und deren Produktion wurde in den vergangenen Tagen massiv heruntergefahren – Steinkohlekraftwerke leisteten über Weihnachten über längere Strecken weniger als drei Gigawatt. Viele Betreiber haben mit dem Ausbau der Erneuerbaren in neue Technik investiert, um die Kraftwerke flexibler steuern zu können. Sogar die Leistung der noch erheblich trägeren AKW und Braunkohlekraftwerke wurde deutlich reduziert. Höherer Stromverbrauch wird erst mit sinkenden Temperaturen zum Jahreswechsel erwartet. Zudem sagen die Wetterberichte, dass dann spürbar weniger Wind weht, was die Preise in die Höhe treiben dürfte.    

Gleichwohl ist die aktuelle Lage der deutschen Stromproduktion aus Sicht von Umwelt- und Klimaschützern nicht gerade optimal: Grund ist die trotz generell sinkender Preise übers ganze Jahr hin konstant hohe Überproduktion von billigem Kohlestrom, was dazu führt, dass mittlerweile praktisch permanent elektrische Energie ins Ausland verkauft wird. Ändern wird sich das erst nach der Bundestagswahl im September. Viele konventionelle Kohlekraftwerke laufen vor allem deshalb noch, weil die Betreiber auf Subventionen von der neuen Bundesregierung hoffen.           

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