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Stephen Kaufer, Chef von Tripadvisor.

Reise-Website

Tripadvisor baut radikal um

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Die größte Reise-Website der Welt will zu einem sozialen Netzwerk werden. Sie steht vor einem radikalen Umbau.

Die größte Reisewebsite der Welt steht vor einem radikalen Umbau. Das hat der Chef von Tripadvisor, Stephen Kaufer, am Dienstag auf der Technologiekonferenz Web Summit in Lissabon angekündigt. Der Umbau der Seite soll die Art und Weise, wie Menschen ihre Reise planen, von Grund auf verändern. Der neue Auftritt wird nach Angaben des Unternehmens am kommenden Dienstag freigeschaltet.

Auf Tripadvisor suchen nach Unternehmensangaben monatlich 450 Millionen Besucher nach Hotels, Flügen oder Reiseerlebnissen. Sie stützen sich bei ihren Entscheidungen auf die Bewertungen, Fotos und Videos von anderen Reisenden.

Nun soll die Website laut Kaufer in ein  soziales Netzwerk verwandelt werden. Die Nutzer haben künftig die Möglichkeit, ihren Freunden, Influencern oder anderen Menschen, denen sie vertrauen oder deren Reisegewohnheiten sie schätzen, zu folgen und sich von deren Reisen inspirieren zu lassen. Wer zum Beispiel nach Rom reist, soll schon im Vorfeld sehen können, was Freunde dort gemacht haben und was ihnen besonders gut gefallen hat. Sie sollen deren Reiseplanung einfach übernehmen und nach ihren Wünschen anpassen können.

Mit den Neuerungen verfolgt Kaufer zwei Ziele. Er will Tripadvisor zur zentralen Anlaufstelle für die Reiseplanung machen. Es soll nicht mehr nötig sein, sich durch dutzende Reisewebseiten zu arbeiten, um sich seinen Trip zusammenzustellen. Außerdem zielt der Firmenchef darauf, Reiseerlebnisse in den Mittelpunkt jedes Urlaubs zu stellen und so auch mehr Geld zu verdienen.

„Üblicherweise verreisen sie nicht, um ein schönes Hotel zu besuchen oder mit dem Flugzeug zu fliegen, sondern weil sie ihr Reiseziel erleben wollen“, so Kaufer. Erlebnisse seien der letzte große Teil des Reisegeschäfts, der noch nicht wirklich digitalisiert worden sei. Nicht nur Tripadvisor hat dieses Geschäftssegment entdeckt, sondern zum Beispiel auch der Übernachtungsvermittler Airbnb, der seinen Kunden zum Beispiel Surfkurse, Konzerte oder Bauernhofbesuche empfiehlt.

Zusätzlich zu den neuen sozialen Funktionen auf der Website will Tripadvisor auch mehr Reiseinformationen aus anderen Quellen zur Verfügung stellen. So sollen in den neuen Newsfeeds zum Beispiel Artikel von Reise- oder Naturzeitschriften wie National Geographic einfließen, die Informationen zur geplanten Destination vermitteln. Auch Reiseblogs werden in das Angebot eingebunden.

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