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Immer weniger Menschen arbeiten bis zum Rentenalter.
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Immer weniger Menschen arbeiten bis zum Rentenalter.

Frührente

Trend zum vorzeitigen Ruhestand

  • VonStefan Sauer
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In Deutschland sind noch nie so viele Menschen vorzeitig in Rente gegangen wie im Jahr 2011 - trotz der damit verbundenen finanziellen Einbußen. Nicht einmal jeder Dritte der über 60-Jährigen steht noch im Berufsleben.

Auf den ersten Blick verwirren die Angaben der Fachleute erheblich: Die Deutsche Rentenversicherung meldet, dass immer mehr Menschen vorzeitig und daher mit Abschlägen in Rente gehen. Zugleich aber sind auch immer mehr Menschen immer länger beschäftigt, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt. Mehr Frührentner und zugleich mehr Ältere in Arbeit? Passt das zusammen?

Es passt, ganz offenbar. Denn an den Daten der beiden Institutionen besteht kein Zweifel: Für das derzeit aktuellste Berichtsjahr 2011 weist die Rentenversicherung eine Rekordmarke an Neurentnern auf, die wegen vorzeitigen Ausscheidens aus dem Arbeitsleben eine verminderte gesetzliche Rente bezogen. 48,2 Prozent der knapp 700.000 Neurentner des Jahres 2011 mussten sich mit einer verminderten Rente begnügen. 2010 waren es 47,5 Prozent gewesen, 2005 erst 41,2 Prozent. Unter den Frührentnern sind ehemalige Beschäftigte aus bestimmten Dienstleistungsberufen, etwa den Bereichen Erziehung und Pflege, besonders stark vertreten. Dort lag der Anteil der Neurentner mit vorruhestandsbedingten Abschlägen bei über 60 Prozent. Auf der anderen Seite steigt der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unter den über 59-Jährigen ebenfalls seit Jahren an und verdreifachte sich gegenüber 2002 auf mittlerweile 29,3 Prozent. Einschließlich der Minijobs sind mittlerweile fast die Hälfte der Menschen zwischen 60 und 64 Jahren erwerbstätig.

Die „Hausfrau pur“ stirbt aus

Der wachsende Anteil geminderter Renten bei gleichzeitig steigenden Erwerbsquoten hat vor allem zwei Ursachen. Die eine: Das allmähliche Aussterben der Hausfrau. Durch die stetig steigende Erwerbsquote unter Frauen nimmt sowohl deren Beschäftigung in älteren Jahrgängen als auch die Zahl jener zu, die vor Erreichen des gesetzlichen Rentenalters aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Die „Hausfrau pur“ früherer Jahre scheint dagegen weder in der einen noch in der anderen Statistik auf. Zweitens konnten früher viel mehr Menschen durch Ausnahmeregelungen ohne Abschläge vorzeitig in den Ruhestand treten als heute. Im Jahr 2007 verabschiedeten sich mehr als 23.000 Menschen vor Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters – aber ohne jeden Rentenabschlag – in den Ruhestand. 2011 waren es, bedingt durch das Auslaufen dieser Vorruhestandsmodelle, nur noch 3580 Fälle.

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