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Der BMW i8 kommt 2014 auf den Markt. Sein Nachfolger wird gemeinsam mit Toyota entwickelt.

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Der Traum vom Öko-Sportwagen

BMW und Toyota besiegeln ihre Zusammenarbeit, um schnelle Autos mit wenig Verbrauch zu bauen. Der Flirt mit den Japanern ist der dritte Versuch der Münchner, einen festen Partner für die automobile Zukunft zu finden. Das ist für BWM unabdingbar.

Von Thomas Magenheim und Frank-Thomas Wenzel

Akio Toyoda freut sich schon auf den Öko-Sportwagen. Allerdings muss er sich noch ein paar Jahre gedulden. Das Fahrzeug soll 2020 auf den Markt kommen und so etwas wie die Krönung der Partnerschaft von Toyota und BMW sein. Am Freitag besiegelten die beiden Unternehmen die Kooperation, und dafür war Toyoda, Chef des japanischen Autobauers, eigens nach München gekommen.

Die Kooperation umfasst alle wichtigen Bereiche, die mit neuen Antrieben und neuen Fahrzeugkonzepten zu tun haben. Die Zusammenarbeit, wenn sie gelingt, hat deshalb das Zeug dazu, die Autobranche kräftig aufzumischen. Denn da tut sich einer der profitabelsten Autobauer der Welt, der zuletzt massiv Marktanteile gewonnen hat, mit einem Giganten zusammen, der über enorme Erfahrungen in der Hybridtechnik verfügt. „Auch bei der Brennstoffzelle sind die Japaner weit vorne“, erläutert Willi Diez, Automobilwissenschaftler an der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Hier habe BMW noch eine offene Flanke.

Die Bayern gelten hingegen als führend beim Leichtbau. Und auch beim reinen Elektroantrieb schreibt Diez ihnen hohe Kompetenz zu. Dabei soll das erste echte E-Auto erst Ende 2013 auf den Markt kommen. Doch der i3 gilt als technologisch enorm ambitioniert, auch weil die Karosserie extrem leicht ist – Aluminium und Karbon werden kombiniert.

Der Flirt mit den Japanern ist nach zwei weitgehend gescheiterten Anbandelungsversuchen mit Daimler und Peugeot-Citroën (PSA) der dritte Versuch der Münchner, einen festen Partner für die automobile Zukunft zu finden. Das ist für BMW trotz zuletzt glänzender Zahlen unabdingbar. In der Branche gilt die Faustformel für Erfolg: Größe plus Flexibilität. Da es bei BMW bei der Größe hapert, muss sie durch Kooperationen gewissermaßen simuliert werden. Nur so lassen sich die enormen Entwicklungskosten für Autos mit neuen Antrieben stemmen. Zudem können Komponenten günstiger eingekauft oder produziert werden.

Lockere Beziehung

Auch Flexibilität kann BMW durch die Zusammenarbeit gewinnen. „Die Kooperation bietet für BMW die Möglichkeit, schnell und kostengünstig an Hybridtechnologie auch für kleinere Autos zu kommen“, sagt Frank Schwope, Analyst der NordLB. Toyota baut seit 1997 Pkw mit dem Kombiantrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor. Die Konzepte werden längst auch für Kleinwagen umgesetzt. Dies könnte für die Münchner wichtig werden, sollten in den nächsten Jahren Umweltauflagen für Autos verschärft werden.

Gleichwohl, zu eng wollen sich die beiden Firmen dann doch nicht aneinanderbinden. Mit einer Kapitalverflechtung wird die Partnerschaft nicht untermauert. „Wir kommen nicht zusammen, um größer zu werden, sondern um bessere Autos zu bauen“, stellte Toyoda am Freitag klar. Auch ein operatives Gemeinschaftsunternehmen ist nicht spruchreif. Damit ist BMW mit Toyota noch nicht so weit, wie die Bayern es mit dem PSA-Konzern schon waren. Beide hatten vor eineinhalb Jahren eine Allianz vereinbart und schon eine Gemeinschaftsfirma gegründet. Vor kurzem hat sich dann der US-Riese General Motors an PSA mit sieben Prozent beteiligt und BMW damit den Partner ausgespannt.

Beobachter vermuten, dass sich BMW nach den negativen Erfahrungen mit den Franzosen nun bewusst nicht mehr enger binden will, zumal Kooperationen Risiken bergen. Es gebe genug Beispiele für ein Scheitern, meint Schwope. Jüngstes Beispiel sei das heftige Zerwürfnis zwischen den Ex-Partner VW und Suzuki.

Vielleicht funktioniert der Öko-Sportwagen, der es Toyoda angetan hat und erst 2020 von Bank rollen soll, als Beziehungskitt. In welche Richtung es gehen wird, ist klar. Das Auto wird der Nachfolger des i8. Dieses Auto soll Anfang 2014 auf den Markt kommen. Es verfügt ebenfalls über eine Alu-Karbon-Karosse und über einen Plug-In-Hybridantrieb.

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