Autobauer

Toyota verkündet Milliarden-Profit

Obwohl der japanische Autobauer viele Mängel ausbügeln muss, verdient Toyota 1,6 Milliarden Euro. Doch eine weitere Rückrufaktion, nun für Pickups, könnte in den USA neuen Ärger bringen.

Tokio. Trotz der Rückrufserie in diesem Winter mit Millionen betroffenen Kunden hat der japanische Autobauer Toyota schwarze Zahlen geschrieben. Der Konzern machte von April 2009 bis März 2010 einen Gewinn von 209,4 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Euro), wie Toyota mitteilte. Der Umsatz allerdings sank um 7,7 Prozent auf umgerechnet rund 138 Milliarden Euro.

Wegen einer Rückrufaktion für Pickups droht dem weltgrößten Auobauer neuer Ärger in den USA. Die zuständige Behörde geht der Frage nach, ob Toyota im Jahr 2005 Kleinlaster vom Typ "Hilux" wegen Problemen mit der Steuersäule rechtzeitig in US-Werkstätten zurückgerufen habe.

Die Schwierigkeiten waren bereits 2004 in Japan aufgetreten, und Toyota hatte damals erklärt, das betreffe nur die im Heimatland des Herstellers verkauften Fahrzeuge.

Toyota hatte sich erst im April zur Zahlung einer Geldbuße von 16,4 Millionen Dollar bereiterklärt. Dem Konzern war vorgeworfen worden, Fahrzeuge wegen Problemen mit hakenden Pedalen zu spät in die Werkstätten zurückgerufen zu haben. Toyota bestritt allerdings ein Fehlverhalten.

Rückgang bei Verkäufen in den USA

Der Branchenprimus hatte in den vergangenen Monaten rund zehn Millionen Autos weltweit wegen technischer Probleme zurückrufen müssen - die meisten in den USA. Dort gingen die Verkäufe im Jahresvergleich um 5,7 Prozent zurück. Gaspedale und Fußmatten hatten in den Fahrzeugen gerichtet werden müssen. Wegen kurzzeitig aussetzender Bremsen mussten außerdem fast eine halbe Millionen Hybridautos in die Werkstätten.

Für das laufende Geschäftsjahr gab sich Toyota aber optimistisch. Bis Ende März 2011 will der Autobauer seinen Gewinn um 50 Prozent steigern. Der Umsatz soll um ein Prozent zulegen.

In Deutschland ist die Rückrufaktion derweil so gut wie abgeschlossen, wie der Deutschland-Chef Alain Uyttenhoven der "Welt" sagte. "Ich denke, Ende dieses Monats (Mai, d. Red.) sind wir mit allem fertig." Betroffen gewesen seien 185 000 Kunden.

Trotz dieser Lichtblicke befindet sich Toyota nach Einschätzung seines Präsidenten aber noch immer in "stürmischer See". Daran habe sich nichts geändert, sagte Akio Toyoda nach der Vorstellung der Jahreszahlen, auch wenn sich die Lage wieder bessere. (afp/rtr/dpa)

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