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Keine Vorstellung, kein Geld für die Künstler.

Corona

Tipps für Selbstständige

Freelancer sind besonders von den wirtschaftlichen Auswirkungen durch Corona betroffen. Ihnen brechen massenweise Aufträge weg. Was können sie jetzt tun?

Boutiquen müssen schließen, geplante Caterings fallen aus, Sprachkurse und Coachings werden abgesagt: Die Corona-Krise trifft besonders viele Selbstständige hart. Was können sie tun?

Liquiditätsplan erstellen: 

Bevor Hilfsfonds und schnelle Kredite vom Gesetzgeber verabschiedet werden, vergehen noch ein paar Tage. Schritt eins sei es daher jetzt, einen Liquiditätsplan zu erstellen, rät Andreas Lutz, Vorsitzender im Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD). „Was geht ein, was geht raus und wie lange kann ich ohne Aufträge überleben?“ Auf diese Weise müssten betroffene Selbstständige jetzt versuchen, ihre Kontoauszüge für die kommenden Monate vorauszuplanen.

Ausgaben prüfen: 

Wichtig sei für Selbstständige auch, zu analysieren, welche laufenden Ausgaben sich senken oder aussetzen lassen. „Viele Selbstständige haben Büroräume, Praxen, Ladenflächen oder etwa einen Pkw. Dafür laufen die Miete und Leasingrate weiter“, sagt Lutz. Er rät Selbstständigen mit dem Vermieter zu sprechen. „Vielleicht lässt er mit sich reden und setzt die Miete für einige Zeit aus.“

Wer von der Krise unmittelbar betroffen ist, sollte außerdem seine Sozialversicherungsbeiträge anpassen lassen. Gesetzliche Krankenkassen setzen die Beiträge für freiwillig Versicherte herab, wenn ein entsprechender Antrag gestellt wird, erklärt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Es gibt Krankenkassen, die den Beitrag bei entsprechendem Nachweis sogar vorübergehend auf Null senken“, sagt Lutz. Betroffene Selbstständige sollten außerdem aufgrund der anstehenden Verluste beim zuständigen Finanzamt ihre Vorauszahlungen herabsetzen oder ganz aussetzen lassen.

Geschäftsmodell prüfen: 

Selbstständige, deren Veranstaltungen und Termine abgesagt wurden, oder deren Läden geschlossen bleiben müssen, können jetzt überlegen: Wie kann ich meine Leistungen erbringen? „Wichtig ist, da jetzt in den Notfallmodus zu schalten“, sagt Lutz. Es brauche Kreativität, um neue Umsätze zu generieren – zum Beispiel, indem man das Geschäft, sofern möglich, ins Digitale verlagert oder sich neue Aufgaben sucht, die langfristig mit Einnahmen verbunden sind. „Da bieten sich aktuell auch Chancen, und das ist am Ende auch wichtig für die Psyche.“ Lutz zufolge gibt es an vielen Stellen Unterstützungsbedarf, den es zu erkennen und zu bedienen gilt. Psychologen können zum Beispiel Online-Beratungen gegen Lagerkoller anbieten, Restaurants Essen liefern.

Überbrückungskredit beantragen:

Wer überlegt einen Kredit in Anspruch zu nehmen, sollte sich laut VGSD beraten lassen. Ohnehin seien die Chancen auf einen Kredit für viele Solo-Selbstständige aber gering. „Vor dem Anruf bei der Bank sollte ich dann aber Rücksprache halten, etwa mit einem erfahrenen Gründungsberater“, empfiehlt Lutz. Kredite sind vielleicht kurzfristig eine Lösung, stellen aber langfristig eine Belastung dar.

Zuschüsse beantragen: 

Selbst wenn aktuell Hilfsprogramme von staatlicher Seite erst anlaufen, können Selbstständige bereits aktiv werden. Gründervertreter Lutz rät, alles im Detail zu dokumentieren: Welche Kunden oder Klienten sagen wann ab, was geht verloren, wie hoch sind die Beträge? „Wenn man das vorbereitet, kann man es dann direkt ausdrucken und mitschicken, wenn es darum geht, Hilfen zu beantragen.“ Sobald klar ist, welche Hilfsangebote in Frage kommen, sollte man Lutz zufolge schnell reagieren. „Der Antrag soll ja nicht ganz unten im Stapel liegen, das muss dann auch erst einmal alles abgearbeitet werden.“ Außerdem empfiehlt er, sich tagesaktuell zu informieren, etwa auf den Webseiten der für die Hilfen verantwortlichen Organisationen und Behörden. Der VGSD pflegt eine Linkliste mit aktuellen Infos für Selbstständige zum Thema Corona.

Sozialleistungen beantragen: 

Wer als Solo-Selbständiger auf Antrag in der Arbeitslosenversicherung ist, kann Arbeitslosengeld I beantragen. Selbstständige die Anspruch auf diese Leistung haben, sollten den Antrag in der aktuellen Situation nur dann stellen, wenn sie sich bereits jetzt absehbar für längere Zeit in existenzbedrohlichen Situation befinden, rät Verdi-Selbständigen-Experte Gunter Haake. Denn: Die Zahlung von Arbeitslosengeld ist für Selbstständige derzeit auf zwei Auszahlungen begrenzt.

Selbstständige ohne freiwillige Arbeitslosenversicherung bekommen Arbeitslosengeld II. Das Arbeitsministerium will hierfür erleichterte Zugänge schaffen. Selbstständige können laut Haake auch prüfen, ob sie die Bedingungen für Wohngeld erfüllen.

Insolvenz prüfen:

Wer sehr schlimm betroffen ist, sollte sich über eine mögliche Insolvenz informieren. Solo-Selbstständige haften in voller Höhe mit ihrem Privatvermögen. Inhaber einer GmbH sollten auf ihre Meldepflichten gucken und Schulden melden, damit sie sich nicht der Insolvenzverschlappung schuldig machen und ihr Privatvermögen geschützt bleibt. (dpa)

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