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Tickets für alle Züge

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Von: Peter Kirnich

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Missbraucht die Deutsche Bahn ihre markbeherrschende Stellung beim Fahrkartenverkauf?
Missbraucht die Deutsche Bahn ihre markbeherrschende Stellung beim Fahrkartenverkauf? © dpa

Missbraucht die Deutsche Bahn ihre marktbeherrschende Stellung und die gesetzliche Verpflichtung zur Aufstellung einheitlicher Tarife in Nahverkehr dazu, nichtbundeseigene Wettbewerber in die eigenen Vetriebskanäle zu zwingen? Diese Frage will das Bundeskartellamt in einem Verfahren klären.

Wettbewerb ist nicht immer für die Verbraucher von Vorteil. Vor allem dann nicht, wenn er halbherzig herbeigeführt wird. Gern verweisen Bund und Bahn darauf, dass auf  deutschen Gleisen inzwischen mehr als 300 Bahnanbieter unterwegs sind. Doch was sie oft verschweigen: Nach wie vor unternimmt der Platzhirsch Deutsche Bahn  alles, um der eigentlich unliebsamen  Konkurrenz das Leben schwer zu machen.

So bezahlen Wettbewerber nicht selten höhere Trassengebühren, mehr Geld für Bahnhofsaufenthalte, höhere Strompreise. Auch beim Ticketverkauf werden sie  diskriminiert. Es dauerte Jahre, ehe Verbindungen der Wettbewerber  im Fahrplanaushang auf den Bahnhöfen  aufgenommen wurden. Tickets auf den Bahnhöfen  dürfen Privatanbieter noch heute in der Regel nicht verkaufen. Wenn überhaupt, dann dürfen sie in Einzelfällen eigene Automaten aufstellen oder den Vertrieb der Deutschen Bahn gegen hohe Provisionen in Anspruch nehmen.

Die Folge: Für Kunden, die mit einer Privatbahn fahren wollen, ist es mitunter ein Abenteuer, ein Ticket zu ergattern. Deshalb wird es höchste Zeit, dass das Kartellamt das nun überprüft. Es kann nur eine Lösung geben. Der Bahn, der die komplette Infrastruktur gehört, muss das Vertriebsmonopol entrissen werden. Wer Tickets verkauft, muss ebenso die der Konkurrenz im Angebot haben. Und das auf jeden Bahnhof, in jedem Automaten und auf einer umfassenden Internetplattform.

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