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Chefsessel

Teuflischer Klang

Edgar van Velzen ist Chef der Firma Teufel Lautsprecher.

Am Anfang stand die Vision, gute Lautsprecherboxen zu kleinen Preisen zu verkaufen. So kam Peter Tschimmel Ende der Siebziger in Kreuzberg auf die Box zum Selberbauen und eröffnete dort 1980 seinen Laden. Es war ein Senkrechtstart. Bereits 1983 begann der bundesweite Verkauf der Teufel-Bausätze. Ab 1990 wurden nur noch Fertiglautsprecher, später auch Audio-Systeme angeboten.

Der Aufstieg: Die Firma greift Trends rasch auf, bietet früh DolbySurround-Systeme an und entwickelt Komponenten, die zu Apples neuesten Produkten passen. 2007 übernimmt ein Finanzinvestor die Firma, die danach in den Schöneberger Bülowbogen umzieht. Drei Jahre später kauft Teufel selbst zu. Das von den Gründern der Kreuzberger Firma Native Instruments initiierte und auf die Entwicklung netzwerkfähiger Lautsprecher spezialisierte Start-up Raumfeld wird eine Teufel-Tochter. Spätestens jetzt gelten Lautsprecher von Teufel unter Hifi-Freaks als Geheimtipp. Heute ist Teufel der größte Direktvertreiber von Lautsprechern und Audiosystemen in Europa.

Der Ausblick: Die Systeme von Teufel sind noch immer ausschließlich über das Internet zu bekommen. Das mache ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis möglich, sagt Firmenchef van Velzen und, dass die 140-Mann-Firma eine Erfolgsstory sei. „Wir sind sehr gesund unterwegs, Umsatz und Gewinn wachsen“, so der Chef. Konkrete Zahlen will er allerdings nicht nennen. Deutschland, Österreich, Schweiz und die Niederlande sind derzeit die Hauptmärkte. Skandinavien, Polen und die Türkei sollen bald folgen. Die Komponenten werden nach eigener Entwicklung in China produziert, die Systeme dann größtenteils in Hamburg montiert und von Berlin aus vertrieben. Künftig will Van Velzen auch in Deutschland produzieren, vielleicht sogar in Berlin. Produkt und Geschäftsmodell dafür werden entwickelt.

Der Fragebogen:

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche auf diesem Sessel?

Sehr wenig. Ich bin viel im Haus unterwegs – zum Beispiel bei unseren Entwicklern und in unserem Hörraum, um neue Produkte zu testen. Auch auf Branchentreffs und Messen. Ich bin lieber in Bewegung.

Wo können Sie am besten entspannen?

Eigentlich bin ich recht entspannt, weil ich insgesamt zufrieden bin. Wir haben hier in der Firma alle das gleiche Ziel. Wir wollen erfolgreich sein und Spaß dabei haben. Ein gutes Gefühl.

Wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Ja. Ich konnte zwar nicht ahnen, dass ich mal ausgerechnet bei Teufel lande, aber ich wollte schon immer lenken, gestalten, mit Menschen und Produkten arbeiten, am liebsten in der Audiobranche.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Als Junge von zehn Jahren habe ich Autos gewaschen oder im Herbst das Laub aus den Gärten geharkt. Manchmal habe ich es wieder im Garten des Nachbarn verteilt und dem dann meinen Dienst angeboten. Ich war schon immer recht geschäftstüchtig.

Wer verdient Ihrer Meinung nach zu wenig?

Die Menschen, die anderen helfen, sie pflegen und unterstützen. Es gibt regelmäßig eine Riesendebatte über die Honorare von Ärzten, aber nicht beim Pflegepersonal. Vielleicht, weil es diese Menschen nicht gewohnt sind, für sich zu kämpfen. Sie kämpfen immer für jemand anderen, aber es ist doch ungerecht, wenn sie dabei selbst auf der Strecke bleiben.

Was würden Sie niemals für Geld tun?

Wofür ich mich vor meinen Söhnen schämen oder bei ihnen entschuldigen müsste. Ich würde nie mit Waffen handeln.

Welchen Wunsch würde Sie sich gern erfüllen?

Ich wäre gern etwas geduldiger.

Wie kommen Sie ins Büro?

Pünktlich und immer mit dem Auto. Berlin hat zwar ein ausgezeichnetes Nahverkehrssystem, aber ich muss mich daran erst noch gewöhnen. Ich habe mir vorgenommen, es zu versuchen. Wirklich.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie abends nach Hause kommen?

Auf das gemeinsames Essen mit meiner Familie. In Holland essen wir abends immer warm. Das ist Familientreffen. Ich genieße es.

Wie lautet ihr wichtigster Rat an Schulabgänger?

Geht einfach mal ein Jahr auf Reisen, lernt andere Kulturen kennen und auf eigenen Füßen zu stehen. Arbeiten müsst ihr noch lange genug. Leute mit dieser Erfahrung haben oft eine erfrischend andere Sicht auf die Dinge.

Womit bringt sich ein Bewerber im Vorstellungsgespräch um alle Chancen?

Wenn einer schon im ersten Gespräch wissen will, wie viel Urlaub er bekommt, oder wie die Arbeitszeiten sind. Diese Dinge sind doch klar geregelt. Wenn einer keine anderen Fragen hat, ist er falsch hier.

Was würden Sie mit 50 Millionen Euro in Berlin verändern?

Ich würde das Geld als Grundstock nehmen, um große Firmen davon zu überzeugen, noch mehr Geld aufzubringen, das hier zum Beispiel in Talentförderung gesteckt wird, um etwas ganz Großes entstehen zu lassen.

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