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Das Elektroauto Tesla Roadster.

Allianz

Tesla entwickelt Elektroautos für Toyota

Tesla entwickelt für den weltgrößten Autobauer Toyota zwei Elektrofahrzeuge. Toyota bemüht sich derzeit, sein nach zahlreichen Rückrufen angekratztes Image wieder aufzubessern.

Nagoya. Daimler-Partner Tesla entwickelt für den weltgrößten Autobauer Toyota zwei Elektrofahrzeuge. Bis Ende des Monats sollten die beiden Prototypen abgeliefert werden, teilte Tesla am Freitag mit. Sie würden Toyota-Autos mit elektrischen Antrieben von Tesla verbinden. Um welche Toyota-Modelle es sich handelt, wollte ein Tesla-Sprecher nicht sagen. Die beiden Unternehmen skizzierten damit erstmals den Rahmen einer Allianz, die sie bereits im Mai geschmiedet hatten.

Toyota-Präsident Akio Toyoda hatte zuvor bei einer Führung für US-Journalisten im japanischen Werk Nagoya angekündigt, der Weltmarktführer wolle mit den von Tesla eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien experimentieren. Es könnte eine Alternative zu den von Toyota selbst entwickelten, für ihre Wagen passgenauen Batterien sein. Der Elektro-Kleinwagen von Toyota soll 2012 auf den Markt kommen. "Wir werden sehen, welche der beiden Konzepte die Bedürfnisse der Kunden besser trifft", sagte Toyoda.

Toyota bemüht sich derzeit, sein nach zahlreichen Rückrufen angekratztes Image wieder aufzubessern. Auch sein Flaggschiff Prius mit Hybridantrieb musste Toyota in die Werkstätten zurückholen. Um sein Ansehen in den USA wieder aufzupolieren, beteiligte sich Toyota mit 50 Millionen Dollar an dem erfolgreichen Börsengang von Tesla Ende Juni. Im Vorfeld hatten die beiden Autobauer jedoch zunächst für Verwirrung gesorgt. Nachdem sie ihr Bündnis Ende Mai öffentlich machten, ruderte Tesla wenig später zurück. Es habe sich lediglich um eine Absichtserklärung gehandelt, einen förmlichen Vertrag gebe es nicht. Die Kooperation mit Toyota zweifelten viele daher an.

Die Japaner zeigten sich nun auch für andere Partnerschaften offen. "Es ist schwer für ein Unternehmen, ganz alleine eine umweltschonende Technologie zu entwickeln", sagte Toyota-Vize-Präsident Shinichi Sasaki. Er bezeichnete den Ansatz von Tesla, auf handelsübliche Batterie-Bestandteile zurückzugreifen, zwar als "schockierend". Er räumte aber auch ein, dass dies die Kosten für Toyota deutlich senken könnte, sollte das System die Qualitätsprüfungen bestehen.

Mehrere große Autobauer hatten zuletzt Kooperationen besiegelt, auch um Zukunftstechnologien wie Elektroantriebe zur Serienreife zu bringen. Der Stuttgarter Daimler-Konzern entwickelt mit Tesla unter anderem Fahrzeug-Batterien auf Lithium-Ionen-Basis.

Tesla ist einer der wenigen Autobauer der Welt, der bereits Elektroautos anbietet. Bis Anfang Mai hat das erst sechs Jahre alte Unternehmen eigenen Angaben zufolge weltweit rund 1000 Stück seines etwa 84.000 Euro teuren Sportwagens Roadster verkauft, dessen Batterien über normale Steckdosen aufgeladen werden. Das Auto beschleunigt in 3,7 Sekunden von Null auf 100 Kilometer pro Stunde. Das schafft nur eine Handvoll luxuriöser Sportwagen. (rtr)

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