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Tesla-Rückruf von mehr als 50.000 Modellen: Es hagelt Kritik für Elon Musk

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Von: Nail Akkoyun

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Nach einem Tesla-Rückruf wird das Unternehmen von Elon Musk von Experten kritisiert. (Archivfoto)
Nach einem Tesla-Rückruf wird das Unternehmen von Elon Musk von Experten kritisiert. (Archivfoto) © Suzanne Cordeiro/Imago

Aktuell befinden sich über 50.000 Tesla-Modelle in den USA im Rückruf, da ein Testfeature nicht wie geplant funktioniert.

Austin – Der Automobilhersteller Tesla ruft knapp 54.000 Autos und SUVs zurück, da deren „Full Self-Driving“-Software offenbar nicht wie gedacht funktioniert. Demnach halten die Fahrzeuge nicht ordnungsgemäß an Stoppschildern, sondern führen lediglich sogenannte „rolling stops“ durch.

Aus am Dienstag (01.02.2022) in den USA* veröffentlichten Dokumenten der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA geht hervor, dass das Problem mithilfe eines Software-Updates noch im Februar gelöst werden soll. Betroffen sind laut der NHTSA Tesla-Fahrzeuge der Baureihen Model 3, Model S, Model X sowie Model Y, die zwischen 2017 und 2022 gefertigt und mit der Software-Version 2020.40.4.10 oder neuer laufen.

Feature von Tesla in der Kritik – Elon Musk äußert sich nicht zu Rückruf

Tesla führte das „rolling stop“-Feature mit einem Software-Update im Oktober 2020 ein, allerdings nur für Test-Fahrerinnen und Fahrer. Seitens der Firma hieß es damals, dass die Fahrzeuge sich keinesfalls selbst fahren könnten, sondern jederzeit eine Person hinter dem Lenkrad sitzen müsste, um eingreifen zu können.

Wie es in den NHTSA-Dokumenten heißt, seien Tesla bislang keine Unfälle oder Verletzungen bekannt, die auf das „rolling stop“-Verfahren zurückzuführen sind. Problematisch ist aber, dass das Feature gegen die Gesetze der meisten US-Staaten verstößt, da an einem Stoppschild stets ein vollständiger Stopp nötig ist. Das Unternehmen von Entrepreneur Elon Musk* hat sich noch nicht geäußert.

Kritik an Tesla und Elon Musk: „Jeder Versuch ist immer ein bisschen dreister“

Sollte sich eine Fahrerin oder ein Fahrer in der Praxis jedoch gänzlich auf das Feature verlassen, könnte das lebensbedrohlich werden. Denn an sogenannten „All Way Stop“-Kreuzungen in Innenstädten, die von Tesla-Modellen amerikanischen Medienberichten zufolge häufiger in Schrittgeschwindigkeit passiert werden, überqueren häufig Kinder die Straße. „Was, wenn ein Kind die Straße überquert, aber das Auto es nicht als ‚relevant‘ ansieht und nicht stoppt? Das ist ein unsicheres Verhalten und hätte niemals in ein Fahrzeug implementiert werden dürfen“, sagte Philip Koopman, Professor der Elektro- und Computertechnik an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh.

„Immer wieder verschieben sie die Grenzen der Sicherheit, um zu schauen, womit sie davonkommen können“, sagte Jonathan Adkins, Geschäftsführer der Governors Safety Association über Elon Musks Unternehmen. „Jeder Versuch ist immer ein bisschen dreister. Daher ist es schön zu sehen, dass die NHTSA nun etwas dagegen unternimmt.“ (Nail Akkoyun) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Aufgrund von Verhandlungen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan befanden sich Elon Musk und Tesla* auch im vergangenen Jahr in der Kritik.

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