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Es könnte zu einem zentralen Streitthema im Bundestagswahlkampf werden, das Tempolimit auf Autobahnen. Autokonzerne wie VW gehen bereits von einer Gesetzesänderung aus. Angst haben sie davor nicht. (Symbolfoto)
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Es könnte zu einem zentralen Streitthema im Bundestagswahlkampf werden, das Tempolimit auf Autobahnen. Autokonzerne wie VW gehen bereits von einer Gesetzesänderung aus. Angst haben sie davor nicht. (Symbolfoto)

Streitthema

Tempolimit: Autoindustrie geht von Gesetzesänderung nach der Bundestagswahl aus

  • Ute Fiedler
    VonUte Fiedler
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Die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen in Deutschland könnte das entscheidende Streitthema vor der Bundestagswahl werden.

Berlin - Das Thema hat Potenzial zu einem der zentralen inhaltlichen Streitpunkte im Wahlkampf zu werden: das Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Während die Union mit Kanzlerkandidat Armin Laschet Tempo 130 auch mit Blick auf E-Autos ablehnt, plädieren die Grünen um Annalena Baerbock und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz für ein Limit. Während die Kontrahenten noch zanken, geht die von der Corona-Krise stark gebeutelte deutsche Autoindustrie von einer Gesetzesänderung nach der Bundestagswahl 2021 aus.

In einem Interview mit dem Handelsblatt äußerte VW-Chef Herbert Diess jedoch auch, keine große Bedrohung mehr durch ein Tempolimit zu sehen. „Wir verkaufen unsere Autos auf der ganzen Welt, auch in den Ländern mit Tempolimit. Insofern bedarf es keiner besonderen Vorbereitung“, zitiert ntv aus dem Handelsblatt-Interview.

Tempolimit 130: Autokonzerne wie VW rechnen mit Gesetzesänderung nach Bundestagswahl

Darüber hinaus verwies Diess auf E-Fahrzeuge, die ohnehin langsamer führen, da sie bei höheren Geschwindigkeiten schneller an Reichweite verlören. Daher frage er sich, „ob wir überhaupt ein Tempolimit brauchen“, sagte Diess, dessen Unternehmen voll auf Elektromobilität setzt.

Ja, meint Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter und verweist im Gespräch mit dem Handelsblatt auf andere Industrieländer, die längst eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung haben. Das Tempo 130 erhöhe die Sicherheit auf Autobahnen und reduziere Lärm, Schadstoffe und den Kohlendioxidausstoß.

Unterstützung erhalten die Grünen von der SPD. „Geschwindigkeitsbegrenzungen führen zudem zu weniger Unfällen und somit zu weniger Verkehrstoten und Verletzten“, sagte Parteichefin Saskia Esken laut einem Bericht von ntv gegenüber dem Handelsblatt. Weniger Unfälle bedeuteten Esken zufolge auch weniger Staus. Ein Tempolimit schone darüber hinaus zusätzlich den eigenen Geldbeutel und senke das Stresslevel beim Fahren, sagte Esken.

Tempolimit auf Autobahnen: Armin Laschet erbitterter Gegner

Als Tempolimit-Gegner gilt Armin Laschet. Der Kanzlerkandidat von CDU und CSU hatte sich in einem Interview zu einem möglichen Tempolimit kürzlich folgendermaßen geäußert: „Zentral ist es, die Technologien zu verbessern, anstatt unsinnige Debatten wie die über ein pauschales Tempolimit zu führen. Warum soll ein Elektro-Fahrzeug, das keine CO2-Emissionen verursacht, nicht schneller als 130 fahren dürfen?“, fragte Laschet. Das sei unlogisch. „Wenn das Elektroauto nur noch 130 fahren darf, ist dem Klima nicht geholfen.“ Im Übrigen liege, so Armin Laschet, die durchschnittliche Geschwindigkeit auf Autobahnen derzeit bereits bei Tempo 117.

Neutral dem Thema gegenüber steht nach eigener Aussage die IG Metall, die mehrere hunderttausend Beschäftigte in der Autoindustrie zählt. Man hoffe auf eine „wohlüberlegte Entscheidung“ des Gesetzgebers, heißt es. Wie die aussehen wird, wird sich nach der Bundestagswahl am 26. September 2021 zeigen. (uf)

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