USA

Team soll Umbau der angeschlagenen Autokonzerne lenken

US-Präsident Obama verzichtet auf "Autozaren". General Motors und Chrysler müssen Sanierungspläne vorlegen

US-Präsident Barack Obama hat sich offenbar von der Idee verabschiedet, einen einzigen mächtigen Sonderbeauftragten für die schwer angeschlagene Autoindustrie des Landes zu berufen. Statt eines "Autozaren" wolle er ein Gremium für den Umbau der amerikanischen Autobauer General Motors (GM) und Chrysler einsetzen, verlautete aus Regierungskreisen in Washington.

Am heutigen Dienstag müssen beide Hersteller ein Sanierungskonzept vorlegen. Die Regierung will dann entscheiden, ob sie weiter Unterstützung gewährt. Bis Ende März muss eine Einigung erzielt werden, sonst könnte die Regierung bereits gewährte Milliardenkredite zurückfordern.

Statt eines Autozaren soll nun eine Arbeitsgruppe unter Leitung von US-Finanzminister Timothy Geithner und des Direktors des Nationalen Wirtschaftsrats, Lawrence Summers, die Restrukturierung überwachen, wie es in Washington weiter hieß. Zu der Gruppe sollten auch Vertreter des Arbeits-, des Verkehrs-, des Handels- sowie des Energieministeriums gehören, ferner Energieexperten und die Umweltschutzagentur.

Der Opel-Mutterkonzern GM hatte Ende vergangenen Jahres noch von der Regierung Bush 9,4 Milliarden Dollar erhalten. Chrysler bekam vier Milliarden Dollar. Beide Unternehmen hätten andernfalls in wenigen Wochen Konkurs anmelden müssen. Die Kredite sind freilich mit der Bedingung verbunden, dass die Autobauer bis Ende März zeigen, wie sie trotz der massiven Absatzkrise überlebensfähig und in der Lage sein wollen, die Kredite an den Staat zurückzuzahlen.

Obama-Berater David Axelrod verlangte unterdessen zur Rettung der angeschlagenen Autobauer Opferbereitschaft von allen Beteiligten. "Wir brauchen die Autoindustrie in diesem Land", sagte Axelrod am Sonntag dem Sender NBC. Die USA hätten ein "echtes Interesse" am Überleben der Branche, "aber es wird eine große Umstrukturierung in der Autoindustrie notwendig sein". Auf die Frage, ob die US-Wirtschaft einen Bankrott von GM aushalten könne, antwortete Axelrod ausweichend. "Wie die Umstrukturierung kommt, ist etwas, das noch ermittelt werden muss", sagte Obamas Berater dem Sender Fox. Auf jeden Fall werde es Opfer nicht nur von den Arbeitern, sondern auch von Gläubigern, Aktionären und Managern geben müssen.

GM-Chef Rick Wagoner hat für den Konzern eine Schrumpfkur angekündigt. Gespräche zwischen dem Management und der Automobil-Arbeitergewerkschaft UAW über die Sanierung steckten am Sonntag aber in der Sackgasse.

Von einer GM-Pleite wäre auch Opel betroffen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) wollte Wagoner am Mittwoch in Detroit treffen. "Ich werde mich in Detroit dafür einsetzen, dass General Motors und Ford den deutschen Tochterunternehmen aus der Krise helfen", sagte Rüttgers der Bild-Zeitung. ap/dpa

Kommentare