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Dank Tankrabatt und 9-Euro-Ticket: Inflation verliert an Tempo

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Von: Constantin Hoppe

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Die Inflation ist in Deutschland immer noch auf einem hohen Wert, doch die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung zeigen zumindest kleine Erfolge.

Wiesbaden - Inflationsraten, wie derzeit, gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes legten die Verbraucherpreise im Juni um 7,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Ähnlich hohe Inflationswerte gab es in den alten Bundesländern zuletzt im Winter 1973/1974: Damals stiegen die Ölpreise infolge der ersten Ölkrise stark an.

Im Mai lag die Inflationsrate noch etwas höher, bei 7,9 Prozent. Damit ist die Inflationsrate zum ersten Mal seit 17 Monaten gefallen. Ein Grund zur Freude ist das allerdings noch nicht, denn die Entwicklung dürfte nur von kurzer Dauer sein. Nach Angaben des Bundesamtes lässt sich der gedämpfte Anstieg im Juni auf die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung zurückführen.

9-Euro-Ticket
Das 9-Euro-Ticket sorgte im Juni für eine gedämpfte Inflation. © Frank Rumpenhorst/dpa/Illustration

Gedämpfte Inflation: Tankrabatt und 9-Euro-Ticket sorgen für Entlastung, sind aber nicht von Dauer

Verantwortlich für die leicht zurückgegangene Inflation ist der Verkehrssektor: Dank Tankrabatt und 9-Euro-Ticket lag die Inflationsrate hier im Mai bei 16,3 Prozent, betrug sie im Juni noch 8,3 Prozent. Die Preise im Nahverkehr sanken im Vorjahresvergleich um deutliche 43,9 Prozent.

Wie stark sich der Tankrabatt letztlich auf die Inflation ausgewirkt hat, lässt sich nicht beziffern. Das liegt laut dem Bundesamt an dem stark schwankenden Rohölpreis. Beide Maßnahmen sind jedoch zeitlich begrenzt - ihre Auswirkung auf die Inflation dürfte damit nur von kurzer Dauer sein.

Inflation weniger hoch als im Vormonat - Energiesektor als Inflationstreiber

Inflationstreiber war der Energiesektor. Hier betrug die Teuerungsrate 38 Prozent, bereits im Mai hatten sich Energieprodukte im Vorjahresvergleich um 38,3 Prozent verteuert. Die Preise für Kraftstoffe stiegen im Juni mit 33,2 Prozent allerdings weniger stark an als im Mai (41 Prozent).

Die Preise für Haushaltsenergie stiegen stark an: Der Preis für Heizöl hat sich mehr als verdoppelt (+108,5 Prozent), Erdgas verteuerte sich um gut 60 Prozent, der Preisanstieg bei Strom betrug im Juni 22 Prozent.

Inflation: Nahrungsmittel und Haushaltsenergie deutlich teurer als vor einem Jahr

Auch Nahrungsmittel sind im Jahresvergleich deutlich teurer geworden: Der Preisauftrieb war im Juni um 12,7 Prozent höher als im selben Monat 2021. Besonders stark stiegen die Preise für Speisefette und Öle mit 43,1 Prozent.

Im Mai waren die Preise für Lebensmittel noch um 11,1 Prozent und im April um 8,6 Prozent gestiegen. Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Mai um 0,1 Prozent.

Ob auch die weiteren Maßnahmen des Entlastungspakets 2022 der Bundesregierung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), die Energiepauschale und der Kinderbonus Auswirkungen auf die Inflationsrate haben werden, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. (con/AFP)

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