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„Ever Given“-Havarie

Suez-Kanal nach Blockade: Ägypten fordert 900 Millionen Dollar von Reederei

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Die tagelange Blockade des Suez-Kanals durch ein Containerschiff hat ein Nachspiel: Ägypten verlangt Schadenersatz von der japanischen Reederei.

Kairo – Sechs Tage lang blockierte das Containerschiff „Ever Given“ den Suez-Kanal in Ägypten. Am 23. März 2021 war das Schiff während eines Sandsturms auf Grund gelaufen und hatte sich quergestellt. Mehr als 400 Schiffe mussten warten, bis das Frachtschiff endlich befreit werden konnte. Teils wirre Verschwörungstheorien rankten sich um die Blockade, insbesondere von den amerikanischen QAnon-Anhängern.

Doch mit der Weiterfahrt des Schiffes endet die Geschichte nicht. So berichtet der „Spiegel“, dass der Staat Ägypten nun 900 Millionen Dollar von der Reederei des Containerschiffes als Entschädigung fordere. Denn so viel wirtschaftlichen Schaden habe die sechstägige Blockade des entscheidenden Kanals zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer angerichtet.

Suez-Kanal-Blockade in Ägypten: Zwischen sechs und zehn Milliarden Euro Schaden

Zusätzlich, so berichtet der britische „Guardian“, sei eine Untersuchung zu der Ursache der Blockade eingeleitet worden. Die Kanalbehörden streiten bisher jegliche eigene Schuld ab. Vorwürfe, die Geschwindigkeit des Schiffes sei bei den Verhältnissen im Sandsturm zu hoch gewesen, streiten die Verantwortlichen des Suez-Kanals ab.

Ein Junge schaut auf das Containerschiff „Ever Given“. Drei Tage war der Kanal in Ägypten wegen dem querstehenden Schiff blockiert.

Laut „Spiegel“ rechnet die zuständige Kanalbehörde pro Tag zwischen zwölf und 15 Millionen Euro verlorenen Einnahmen, die Ägypten nun einklagen will. Hinzu kommen die Kosten der aufwändigen Rettungsaktion. Laut dem „Guardian“ passieren jeden Tag mehr als 50 Schiffe den Suez-Kanal, mehr als 442 Schiffe seien von der Havarie der „Ever Given“ direkt betroffen gewesen.

Die Allianz-Wirtschaftsversicherung schätzt indes die Kosten der Blockade auf zwischen sechs und zehn Milliarden Euro, verursacht durch im Suez-Kanal feststeckende Lieferungen. Noch jetzt kämpfen US-amerikanische Häfen mit vollgestopften Häfen, da Schiffe vom Suez-Kanal etwa zwei Wochen bis an die Ostküste benötigen.

Reederei will für Suez-Kanal-Blockade in Ägypten nicht zahlen

Die Reederei des Schiffes, das japanische Unternehmen Shoei Kisen Kaisa, hat bisher zu den Vorwürfen offiziell keine Stellung genommen. Die „Ever Given“ wurde daher erneut in Ägypten festgesetzt. Diesmal von den ägyptischen Behörden. Diese wollen das Schiff nun festhalten, bis die Kosten der Havarie des unter panamaischer Flagge fahrenden Schiffes bezahlt sind. Der Chef der Kanalbehörde, Osama Rabie, sagte im ägyptischen Fernsehen: „Sie wollen für nichts zahlen!“ (als)

Rubriklistenbild: © Samuel Mohsen/dpa

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