Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ohne Rabatt wird auch  das  „kleine Schwarze“ zum Ladenhüter.
+
Ohne Rabatt wird auch das „kleine Schwarze“ zum Ladenhüter.

Einzelhandel

Auf der Suche nach dem Boom

Der Einzelhandelsverband hatte große Erwartungen, doch 2011 startet erst einmal sehr verhalten. Vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts bestätigen die schwache Entwicklung.

Von Jutta Maier

Der private Verbrauch in Deutschland ist noch nicht zum Konjunkturmotor geworden – entgegen den Erwartungen. Noch im vergangenen Dezember hatte der Einzelhandelsverband HDE für 2010 das „beste Weihnachtsgeschäft seit Jahren“ vorhergesagt. Auch andere „weiche“ Stimmungsbarometer wie der Ifo-Geschäftsklimaindex und der GfK-Konsumklimaindex zeigten nach oben. Doch die tatsächlichen Umsätze für November haben enttäuscht, und auch die neuen Zahlen für Dezember lassen nicht auf einen Konsumrausch schließen.

So erwartet der HDE für 2011 ein Umsatzwachstum von nur 1,5 Prozent. „Preisbereinigt entspricht dies einer Entwicklung auf Vorjahresniveau“, sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Er glaubt nicht daran, dass der Einzelhandel in diesem Jahr einen „Aufschwungs-Boom“ erleben wird. Denn den Verbrauchern werde 2011 weniger Netto vom Brutto bleiben. Der Grund dafür seien deutlich höhere Energiekosten und Krankenkassenbeiträge. 2010 habe der Einzelhandel die Verluste des Krisenjahrs 2009 noch nicht ganz aufholen können: So setzten die Händler nominal 1,8 Prozent mehr um als 2009, als die Umsätze um 2,4 Prozent gesunken waren.

Das Weihnachtsgeschäft lief mit einem nominalen Plus von 1,5 Prozent zwar besser als im Krisenjahr 2009, so der HDE. Von einem steilen Aufwärtstrend kann aber keine Rede sein: So folgte auf einen überdurchschnittlichen November (plus 3,4 Prozent) ein deutlich ruhigerer Dezember auf Vorjahresniveau (minus 0,1 Prozent). Der HDE begründet dies mit dem Winterwetter: Schnee und Eis hätten die Verbraucher an Werktagen von den Geschäften ferngehalten, an den Adventswochenenden sei der Konsum jedoch wieder gestiegen.

Vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts bestätigten gestern die schwache Entwicklung: 2010 hätten Einzelhändler nominal 2,3 Prozent mehr umgesetzt als 2009. Im Dezember lagen die Umsätze 0,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Real, also abzüglich der Inflationsrate, kam es im Dezember allerdings zu einem Minus. „Von einem starken Weihnachtsgeschäft ist in den Daten nichts zu sehen“, kommentierte Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. Insgesamt seien vom privaten Konsum im vierten Quartal kaum nennenswerte Impulse ausgegangen.

Analysten hoffen dennoch darauf, dass der private Konsum zu einer Wachstumsstütze im laufenden Jahr wird. „Die Einzelhandels-Zahlen sind sehr revisionsanfällig und werden bestimmt noch ordentlich nach oben korrigiert“, erwartet Alexander Koch von der Bank Unicredit. Er geht davon aus, dass der private Konsum in diesem Jahr real um solide zwei Prozent steigen wird ? und ist damit deutlich optimistischer als der HDE. Auch Holger Schmieding von der Berenberg Bank rechnet mit einem Plus zwischen 1,5 und zwei Prozent beim privaten Konsum.

Koch begründet seine positive Prognose mit der stabilen Lage auf dem Arbeitsmarkt und der anhaltend guten Stimmung der Verbraucher. Sie würden zwar mit steigenden Preisen für Benzin und Nahrungsmittel belastet. Dem stehe jedoch die zu erwartende, positive Entwicklung der Löhne entgegen. „Bei den anstehenden Lohnverhandlungen deutet sich ein ordentliches Plus an: Dies könnte die Stimmung trotz gestiegener Preise weiter oben halten“, so Koch. Sein Kollege Schmieding rechnet mit einem Lohnzuwachs von knapp drei Prozent. Beide Analysten glauben zudem nicht, dass die Inflation in diesem Jahr deutlich über zwei Prozent steigen wird.

Der HDE geht davon aus, dass die Verbraucherpreise in diesem Jahr moderat um 1,5 Prozent klettern werden. Dass dies den Konsum belasten wird, schließt er aus. Insgesamt müssten sich die Verbraucher auf stärker schwankende Preise einstellen, bedingt durch die Volatilität an den Energie- und Rohstoffmärkten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare